Ethenpreise in Asien und Europa gestiegen, angetrieben von höheren Rohstoffkosten und Produktionskürzungen
Die Ethenpreise in Asien und Europa stiegen Ende Mai aufgrund gestiegener Kosten für Rohöl und Naphtha. Geringere Kapazitätsauslastungen bei Crackern verknappten zudem das Angebot.

Die Ethenpreise in Asien und Europa sind Ende Mai gestiegen, da die Kosten für Naphtha als Rohstoff zunahmen und reduzierte Auslastungen von Crackern das Angebot verknappten. Ethen in Nordostasien kostete etwa 0,94 US-Dollar pro Kilogramm, ein Anstieg von 3,3 %, während europäisches Ethen um 5,6 % auf rund 1,50 US-Dollar pro Kilogramm stieg.
Die Preissteigerungen wurden hauptsächlich durch die Rohstoffkosten angetrieben. Höhere Naphthapreise, teilweise bedingt durch Störungen in den Ölströmen durch die Straße von Hormuz, erhöhten die Produktionskosten. Die energieintensive Produktion von Dampfcrackern verschärfte diesen Effekt. Gleichzeitig begrenzten Produktionskürzungen von 20–28 % in Japan und Südkorea die Verfügbarkeit auf dem Spotmarkt und stützten die Preise, auch bei gedämpfter Nachfrage.
In Europa lag die Auslastung der Cracker im Jahr 2025 bei etwa 75 %, was auf eine schwache Nachfrage und ein anhaltendes Überangebot zurückzuführen ist. Die Fundamentaldaten in Asien haben sich schneller verfestigt, da die Betreiber ihre Produktion drosselten und die Rohstoffströme unsicherer wurden. Dies hat dazu geführt, dass die Marktdynamik eher von Kostendruck als von Nachfrage getrieben wird. Dies verringert typischerweise die Margen für Polyethylen- und PVC-Verarbeiter, die die gestiegenen Inputkosten nicht sofort weitergeben können.
Ethen ist ein wichtiger Grundstoff für eine Vielzahl von Produkten, darunter Polyethylen, Ethylenglykol und PVC. Steigende Ethenkosten werden sich daher schnell auf die Rohstoffkosten in Branchen wie Verpackung, Bauwesen und Textilien auswirken. Beschaffungsabteilungen wird geraten, ihre Lieferverträge auf Klauseln zu prüfen, die rohstoffbedingte Erhöhungen regeln, und ihre Lieferantenbasis auf mögliche Störungen zu bewerten, insbesondere im Hinblick auf Lieferungen aus dem Nahen Osten. Angesichts fortgesetzter Kapazitätskürzungen in Nordostasien ist der Puffer im Angebot dünner, was das Risiko schärferer Preisbewegungen erhöht, sollten die Rohölpreise hoch bleiben.