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EU-Afrika-Gipfel ohne Erfolg – Welthungerhilfe kritisiert mangelnde Zusagen

Die Welthungerhilfe kritisiert das Ergebnis des EU-Afrika-Gipfels. Die Organisation bemängelt fehlende konkrete Zusagen für die afrikanische Jugend und das Ausbleiben von Verhandlungen über unfaire Handelsverträge.

5. Juni 2026
EU-Afrika-Gipfel ohne Erfolg – Welthungerhilfe kritisiert mangelnde Zusagen

Die Welthungerhilfe hat das Ergebnis des jüngsten EU-Afrika-Gipfels als unzureichend bewertet. Die Organisation kritisiert, dass auf dem Treffen keine konkreten Vereinbarungen zur Verbesserung der Perspektiven junger Afrikaner getroffen wurden und zentrale Handelsthemen unberücksichtigt blieben.

Besonders hervorgehoben wird die Problematik der afrikanischen Jugend. Angesichts einer jungen, schnell wachsenden Bevölkerung auf dem Kontinent sind Investitionen in Bildung, Ausbildung und Arbeitsplätze entscheidend. Die Welthungerhilfe weist darauf hin, dass Afrika weiterhin primär als Rohstofflieferant fungiert und die Wertschöpfung oft andernorts stattfindet. Die Bekämpfung von Armut und Hunger erfordere die Stärkung lokaler Kleinbauern und junger Unternehmer, verbunden mit verbessertem Zugang zu Krediten und Märkten.

Die Organisation zeigt sich auch skeptisch gegenüber dem neu eingerichteten Europäischen Fonds für nachhaltige Entwicklung, der private Investitionen in Afrika mobilisieren soll. Trotz des theoretisch vielversprechenden Ansatzes sei in der zehnjährigen Partnerschaft zwischen EU und Afrika bisher ein grundlegendes Umdenken der politischen Akteure ausgeblieben.

Zudem äußert die Welthungerhilfe Bedenken hinsichtlich der wachsenden Rolle des Privatsektors in der Entwicklungszusammenarbeit. Es bestehe die Gefahr, dass die Rechte von Bürgern marginalisiert werden. Privates Engagement müsse nachhaltig gestaltet sein und lokale Mikro-Unternehmen sowie den informellen Sektor fördern, der einen Großteil der Beschäftigung ausmacht. Gleichzeitig müssten internationale Menschenrechts- und Umweltstandards eingehalten werden.

Kritisiert wird ferner, dass trotz vorheriger Ankündigungen unfaire Handelsverträge zwischen der EU und Afrika nicht thematisiert wurden. Die Welthungerhilfe bezeichnet diese Verträge als Machtinstrumente, die lokale Märkte zerstören und Arbeitsplätze vernichten können.

Originalquelle: welthungerhilfe.de