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Technologie

EU-Kommission: TikTok hat Kinderprivatsphäre nicht geschützt

Die Europäische Kommission hat festgestellt, dass TikTok gegen EU-Vorschriften verstoßen hat, indem es die Datenschutzrechte von Kindern nicht ausreichend geschützt hat. Die Untersuchung ergab, dass Konten von Minderjährigen für Erwachsene zugänglich waren.

24. Juli 2026
EU-Kommission: TikTok hat Kinderprivatsphäre nicht geschützt

Brüssel – Die Europäische Kommission hat am Freitag bekannt gegeben, dass TikTok die Datenschutzrechte von Kindern auf seiner Plattform nicht ausreichend geschützt hat. Eine Untersuchung ergab, dass die Konten von Minderjährigen für Erwachsene einsehbar waren.

Laut Kommissionssprecher Thomas Regnier setzte diese Missachtung Kinder Cybermobbing, unerwünschtem Kontakt und Raubtierverhalten aus. „Inhalte von Kindern dürfen niemals für Fremde sichtbar sein“, sagte Regnier. Er betonte, dass Minderjährige sonst „Raubtieren, Grooming und Cybermobbing ausgesetzt sind“, wenn TikTok keine Korrekturmaßnahmen gemäß dem EU-Gesetz über digitale Dienste (DSA) ergreift. Regnier wies darauf hin, dass Kinder im Alter von 13 bis 15 Jahren ihre Konten leicht von privat auf öffentlich umstellen konnten und die privaten Konten von 16- bis 17-Jährigen für jedermann im Internet zugänglich waren.

TikTok hat nun die Möglichkeit, auf die Feststellungen der Kommission zu reagieren. Sollte die Antwort des Unternehmens als unzureichend erachtet werden, könnte die Europäische Kommission eine Nichtkonformitätsentscheidung erlassen, die möglicherweise Geldstrafen von bis zu 6 % des gesamten Jahresumsatzes von TikTok nach sich zieht.

TikTok, das dem in China ansässigen Unternehmen ByteDance gehört, erklärte in einer Stellungnahme, dass es die Ergebnisse der Kommission prüfen und „weiterhin konstruktiv zusammenarbeiten“ werde. Das Unternehmen fügte hinzu: „Der Schutz Minderjähriger online ist ein gemeinsames Ziel, und wir sind bestrebt, auf unserer starken Erfolgsbilanz kontinuierlicher Verbesserungen aufzubauen.“

Die Kommission schätzt, dass ein erheblicher Teil der 170 Millionen EU-Nutzer von TikTok Kinder sind, wobei 7 % der 12- bis 15-Jährigen täglich vier bis fünf Stunden auf der App verbringen. Diese Untersuchung folgt auf frühere Regulierungsmaßnahmen der EU gegen große Technologieunternehmen wie Meta und Apple. Bereits im Februar kam die EU zu dem Schluss, dass TikTok gegen seine digitalen Vorschriften verstoßen hat, insbesondere wegen seines „suchtfördernden Designs“ mit Funktionen wie Autoplay und endlosen Scrollen, die als potenziell schädlich für die körperliche und geistige Gesundheit der Nutzer, insbesondere von Minderjährigen, angesehen wurden.

Originalquelle: fastcompany.com