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Bauwesen

EU-Kommission schlägt Reformen für Verbrenner-Aus vor

Die EU-Kommission hat Vorschläge zur Reform des Verbrenner-Aus vorgelegt. Demnach könnten Verbrennerfahrzeuge bis zu einem gewissen Grad auch nach 2035 neu zugelassen werden. Der ADAC begrüßt die Öffnung, fordert aber mehr Technologie-Wahlfreiheit.

14. Juni 2026
EU-Kommission schlägt Reformen für Verbrenner-Aus vor

Die EU-Kommission hat Pläne zur Reform des sogenannten Verbrenner-Aus vorgestellt. Geht es nach ihren Vorschlägen, könnten auch nach 2035 noch Verbrenner unter engen Voraussetzungen neu zugelassen werden. Nach geltendem Recht müssen die Hersteller ab 2035 die CO₂-Emissionen von Neuwagen gegenüber 2021 um 100 Prozent reduzieren, was einem faktischen Verbot gleichkäme.

Der nun vorgelegte Entwurf weicht von diesem 100-Prozent-Reduktionsziel ab. Künftig sollen die CO₂-Emissionen neu zugelassener Fahrzeuge bis 2035 nur noch um mindestens 90 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 2021 gesenkt werden müssen. Dies ist die Bedingung dafür, dass die verbleibenden 10 Prozent durch die Verwendung von umweltfreundlichem Stahl und klimafreundlicheren Kraftstoffen kompensiert werden. Laut Kommission sollen diese Ausnahmen für alle von Herstellern nach 2035 auf den Markt gebrachten Autos gelten.

Der ADAC begrüßt die Abkehr von der strengen Flottenregulierung und die angestrebte Öffnung für verschiedene Antriebstechnologien. Die Anpassung der Zielwerte könnte es ermöglichen, neben reinen Elektroautos auch Plug-in-Hybride, Range-Extender und Verbrenner zuzulassen, was eine bessere Abdeckung der vielfältigen Kundenbedürfnisse ermöglicht, so der Automobilclub. Der ADAC kritisiert jedoch, dass die EU-Kommission keine stärkeren Anreize für alternative Kraftstoffe wie Biokraftstoffe und E-Fuels gesetzt hat.

ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze forderte mehr Flexibilität bei der Anrechnung von Emissionseinsparungen durch grünen Stahl und erneuerbare Kraftstoffe. Er betonte die große Bedeutung dieser Kraftstoffe für die Dekarbonisierung des Fahrzeugbestands und kritisierte die enge Beschränkung ihres Einsatzes bei Neuwagen. "Hier werden erhebliche Chancen vertan", sagte Schulze. Die Vorschläge müssen nun vom Europäischen Parlament und den EU-Staaten geprüft und beschlossen werden.

Die EU-Kommission plant zudem Vorgaben für den Anteil klimafreundlicher Fahrzeuge in Dienst- und Firmenwagenflotten und schlägt „Super-Gutschriften“ für die Produktion kleiner, erschwinglicher Elektroautos innerhalb der EU vor, um deren Markteinführung zu fördern.

Originalquelle: adac.de