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Verbraucher

EU-Nitratrichtlinie im Check: "Deutschland darf nicht zur Güllegrube der EU werden"

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie in Deutschland. Hohe Nährstoffbelastungen und mangelnde Kontrollen führen laut DUH dazu, dass Deutschland zur Güllelagerstätte für andere EU-Länder wird.

16. Juli 2026
EU-Nitratrichtlinie im Check: "Deutschland darf nicht zur Güllegrube der EU werden"

Berlin, 15. Juli 2026 – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßt die heute veröffentlichte Evaluation der EU-Nitratrichtlinie durch die Europäische Kommission. Die Kommission fordert die Mitgliedstaaten nachdrücklich zur Kontrolle der Nährstoffbelastung auf und empfiehlt, die Tierhaltung in Verschmutzungs-Hotspots zu reduzieren.

Die EU-Prüfung ergab, dass die Stickstoffeinträge in Deutschland auf landwirtschaftliche Flächen so hoch sind wie nirgendwo sonst in der EU. Über 25 Prozent der Grundwassermessstellen in Deutschland weisen Nitrat-Grenzwertüberschreitungen auf, was den zweitschlechtesten Wasserschutz in Europa bedeutet. Die DUH kritisiert, dass die deutsche Agrarpolitik die EU-Vorgaben ignoriere und fordert die Einführung einer bundesweiten Datenbank zur Erfassung der Dünge-Effizienz.

Die Organisation bemängelt, dass Lücken im deutschen Düngerecht und fehlende Kontrollen in den Bundesländern ausgenutzt werden. Die Einfuhr von Gülle aus den Niederlanden nach Deutschland stieg im vergangenen Jahr um 41 Prozent. "Deutschland droht zur Güllegrube Europas zu werden, wenn Bund und Länder die digitale Übersicht über die Nährstoff-Effizienz verweigern", sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner. Transparenz sei notwendig, um die Verursacher von Nitratüberschüssen zu identifizieren.

Die DUH verweist auf Beispiele wie Dänemark und die Niederlande, wo Nährstoffdaten transparent und kontrolliert erfasst werden. In Deutschland sei es bisher teilweise möglich, gewässergfährdende Mengen handschriftlich zu dokumentieren, was eine effektive Kontrolle erschwere. Die Umwelthilfe fordert eine stärkere Überwachung zur Verbesserung des Trinkwasserschutzes.

Originalquelle: duh.de