EU-Evaluation kritisiert mangelnden Gewässerschutz durch Nitratbelastung in Deutschland
Die EU-Kommission stuft Deutschland bei der Wasserqualität als Schlusslicht ein. Die Deutsche Umwelthilfe fordert für eine bessere Kontrolle der Nitratwerte ein digitales System zur Erfassung von Düngermengen.

Die EU-Kommission hat eine neue Evaluierung zur Nitratrichtlinie vorgelegt, die Mitgliedstaaten zu einer strikteren Kontrolle der Nährstoffbelastung sowie zur Reduzierung der Tierhaltung in überdüngten Gebieten auffordert. Deutschland weist laut Bericht die zweithöchste Belastung an Nitrat-Grenzwertüberschreitungen innerhalb der EU auf; mehr als 25 Prozent der Grundwassermessstellen sind betroffen.
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wirft der Bundesregierung vor, EU-Recht und höchstrichterliche Vorgaben zugunsten der Agrarindustrie zu ignorieren. DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner warnte, dass das Land ohne ein transparentes Monitoring zur „Güllegrube“ Europas werde. Der Anstieg der Gülleimporte aus dem Ausland verschärfe die Problematik zusätzlich.
Als Lösung schlägt die DUH eine bundesweite Datenbank für betriebliche Düngeeffizienz vor. Während Länder wie Dänemark und die Niederlande bereits auf digitale Überwachung setzen, werden Düngermengen in Deutschland weiterhin teilweise händisch dokumentiert, was eine wirksame Kontrolle durch Behörden nahezu unmöglich macht.