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Wissenschaft

Europa setzt Venus-Mission Envision nach Rückzug der USA allein fort

Die Europäische Weltraumorganisation ESA setzt die Entwicklung ihrer robotischen Venus-Mission Envision eigenständig fort, nachdem die NASA ihre Zusage für ein Radarinstrument zurückgezogen hat.

10. September 2026
Europa setzt Venus-Mission Envision nach Rückzug der USA allein fort

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) treibt die Entwicklung ihrer robotischen Venus-Mission Envision voran, nachdem die NASA mitgeteilt hat, ihre Zusage für ein US-amerikanisches Radarinstrument für das Raumfahrzeug nicht erfüllen zu können. Der Projektwissenschaftler der Mission bestätigte, dass die ESA das Projekt nun eigenständig weiterführen wird.

Die Envision-Sonde soll die Oberfläche der Venus mit einer zehnfach höheren Auflösung kartieren als die letzte Radarmission der NASA in den 1990er Jahren. Die Venus ist in eine dicke Schicht aus Schwefelsäurewolken gehüllt, die es optischen Kameras unmöglich macht, die Oberfläche zu sehen. Radar ist die effektivste Methode, um diese Wolken zu durchdringen und das darunterliegende Gelände sichtbar zu machen. Wissenschaftler hoffen, mit Envision Anzeichen aktiver Vulkanismen auf dem Planeten entdecken zu können.

Ursprünglich unterzeichneten NASA und ESA im Jahr 2024 eine Absichtserklärung, die ihre Partnerschaft für Envision festlegte. Die NASA hatte zugestimmt, ein in den USA hergestelltes Synthetic-Aperture-Radar-Instrument – das Hauptinstrument von Envision zur Oberflächenkartierung – sowie Tracking- und Kommunikationsunterstützung über das Deep Space Network der NASA bereitzustellen. Im Gegenzug würde die ESA US-Forscher in das wissenschaftliche Team von Envision aufnehmen. Die ESA würde das Envision-Raumfahrzeug, die übrigen wissenschaftlichen Instrumente bauen und den Start mit einer Ariane 6-Rakete durchführen.

Die Entscheidung der NASA, ihren Instrumentenbeitrag zurückzuziehen, verändert den ursprünglichen Plan erheblich. Obwohl die genauen Gründe für die Nichterfüllung der Zusage durch die NASA nicht näher erläutert wurden, muss die ESA nun alternative Lösungen finden oder das Radarinstrument selbst entwickeln. Diese Änderung könnte sich auf den Zeitplan und die Gesamtkosten der Mission auswirken.

Originalquelle: arstechnica.com