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Wissenschaft

Studie belegt unzureichenden Schutz europäischer Flussökosysteme

Ein internationales Team unter Leitung des Senckenberg-Instituts zeigt, dass bestehende Schutzgebiete in Europa die biologische Vielfalt in Flüssen kaum verbessern, da sie meist auf terrestrische Lebensräume fokussiert sind.

1. November 2026
Studie belegt unzureichenden Schutz europäischer Flussökosysteme
Bild ist eine KI-generierte Illustration

Eine aktuelle, in Nature Communications veröffentlichte Studie des Senckenberg Forschungsinstituts unterstreicht die Defizite beim Schutz europäischer Fließgewässer. Über einen Zeitraum von nahezu 40 Jahren untersuchten Forscher den Zustand von Flüssen an über 1.700 Standorten in zehn europäischen Ländern.

Die Analyse ergab, dass bestehende Schutzgebiete wie Nationalparks oft auf Waldflächen oder spezifische Landtiere ausgerichtet sind, während ökologische Anforderungen der Gewässer häufig unberücksichtigt bleiben. Lokale Schutzmaßnahmen direkt an den Ufern erweisen sich laut den Wissenschaftlern als unzureichend, um Belastungen durch Pestizide oder landwirtschaftliche Abwässer zu mindern. Messbare ökologische Verbesserungen traten lediglich dort auf, wo großflächige Einzugsgebiete und deren Nebenflüsse in das Schutzkonzept einbezogen wurden.

Der Erstautor Dr. James Sinclair betont, dass der Schutz von Flüssen einen ganzheitlichen Ansatz erfordert, der die Grenze zwischen Land- und Wasserschutz aufhebt. Die Studie fordert eine integrierte Planung, die ein Flussgebiet von der Quelle bis zur Mündung als ein zusammenhängendes Netzwerk begreift, um die globalen Biodiversitätsziele für das Jahr 2030 tatsächlich erreichen zu können.

Originalquelle: senckenberg.de