European Spallation Source startet Kaltkonditionierung im Beschleuniger
Die European Spallation Source (ESS) hat eine kritische Kalt-RF-Konditionierungsphase in ihrem Beschleuniger bei 2 Kelvin begonnen. Diese Phase bereitet den Beschleuniger auf den Betrieb mit Protonenstrahlen vor.

Die European Spallation Source (ESS) hat einen bedeutenden Meilenstein erreicht mit dem Beginn der Kalt-Radiofrequenz (RF)-Konditionierung in ihrem Beschleuniger bei 2 Kelvin (-271 Grad Celsius). Diese Phase ist entscheidend, damit die Kavitäten des Beschleunigers supraleitend werden, was für die effiziente Beschleunigung von Protonenstrahlen unerlässlich ist.
Nach erfolgreicher Abkühlung aller 27 Kryodule und des kryogenen Verteilungssystems auf 4 Kelvin konzentriert sich die ESS nun auf den nächsten Schritt: die RF-Leistungskonditionierung bei der extremen Kälte von 2 Kelvin. Bei dieser Temperatur erreichen die Kavitäten Supraleitung, was ihnen erlaubt, Strom ohne Widerstand zu leiten. Dies steigert ihre Effizienz erheblich und ermöglicht den Betrieb des Beschleunigers mit minimalem Energieverlust.
Die Abkühlung auf 4 Kelvin wurde planmäßig abgeschlossen. Die Operation wurde vom lokalen Kontrollraum in Zusammenarbeit mit Teams aus dem Beschleuniger-, integrierten Steuerungssystem- (ICS) und Hauptkontrollraum beaufsichtigt. Der komplexe Prozess wurde durch eine automatische Steuerungssequenz geleitet, die von den SRF- und ICS-Teams entwickelt wurde.
ESS-Generaldirektor Helmut Schober lobte die Leistung des Teams und hob die gezeigte Hingabe und Expertise hervor. Die Anlage bereitet sich nun darauf vor, im ersten Quartal 2025 einen Protonenstrahl durch den Supraleitenden Linearbeschleuniger (Superconducting Linac) zum Tuning Beam Dump zu senden.