Europäische Union plant Unterseekabel nach Grönland
Die Europäische Kommission hat Pläne für ein direktes Unterseekabel zwischen Europa und Grönland vorgestellt, das eine unabhängige Datenverbindung ermöglichen könnte.

Die Europäische Kommission veröffentlichte am 20. Oktober 2026 ein Strategiepapier, in dem der Bau eines Unterseekabels für Internetdienste zwischen Europa und Grönland vorgeschlagen wird. Das Projekt zielt darauf ab, die regionale Konnektivität zu verbessern und eine sichere, souveräne digitale Verbindung für die Europäische Union zu schaffen.
Der Entwurf sieht vor, dass die Infrastruktur als Basis für eine Erweiterung in Richtung Kanada sowie Japan und Südkorea dienen könnte. Damit entstünde ein arktischer Datenkorridor, der unabhängig von der bestehenden, über die USA verlaufenden Internet-Infrastruktur operieren würde.
Analysten sehen in diesem Vorhaben eine Reaktion auf veränderte geopolitische Prioritäten in Bezug auf maritime und digitale Sicherheit. Elisabeth Braw, Senior Fellow beim Atlantic Council, erklärte, dass das Projekt zwar früher kommerziell kaum attraktiv gewesen wäre, jedoch nun den aktuellen Trend zur Absicherung kritischer Infrastrukturen widerspiegele.
Die Initiative befindet sich derzeit in der Planungsphase, während die Europäische Union die strategische Bedeutung unabhängiger arktischer Telekommunikationsverbindungen bewertet.