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Wissenschaft

Waldbrandrisiko in Europa steigt durch Klimawandel deutlich an

Eine neue Studie prognostiziert eine Zunahme von "Feuerwetter" in ganz Europa, auch in ehemals risikoarmen Regionen. Höhere Emissionen verschärfen den Trend.

13. Juli 2026
Waldbrandrisiko in Europa steigt durch Klimawandel deutlich an
Bild ist eine KI-generierte Illustration

Das Risiko für Waldbrände in Europa wird in den kommenden Jahrzehnten angesichts steigender globaler Temperaturen deutlich zunehmen. Dies geht aus einer neuen Studie des Senckenberg Centre for Biodiversity and Climate Research (SBiK-F) und seiner EU-Partner hervor. Die Forschung prognostiziert, dass "Feuerwetter" – eine Kombination aus hohen Temperaturen, niedriger Luftfeuchtigkeit, geringen Niederschlägen und starken Winden – auch in Regionen häufiger auftreten wird, die bisher als risikoarm galten, einschließlich Teilen Mitteleuropas und sich schnell erwärmenden Bergregionen.

Die in "Environmental Research Letters" veröffentlichte Studie nutzt hochauflösende Klimamodelle zur Vorhersage künftiger Brandrisiken. Selbst bei einer signifikanten Reduzierung der Treibhausgasemissionen wird erwartet, dass das durchschnittliche wetterbedingte Waldbrandrisiko im Sommer in Europa bis 2050 um 24 Prozent gegenüber dem historischen Durchschnitt ansteigt. Bei höheren Emissionen wird dieser Anstieg noch drastischer ausfallen. Südeuropäische Länder wie Griechenland, Spanien und die Türkei werden voraussichtlich noch extremere Bedingungen erleben, während auch Bergregionen in Mittel- und Nordeuropa zunehmend bedroht sein werden.

"Wir sehen, dass auch Regionen, die bisher nicht als brandgefährdet galten, wie zum Beispiel Großbritannien, in den letzten zehn Jahren von Bränden betroffen waren", erklärt Jessica Hetzer, Erstautorin der Studie vom SBiK-F. "Das zeigt die Ausweitung des Trends." Die Forscher verwendeten zur Messung der Intensität des Feuerwetters unter anderem den kanadischen Fire Weather Index (FWI). Neben meteorologischen Faktoren hebt die Studie auch die Bedeutung des Geländes und der Entflammbarkeit der Vegetation hervor, insbesondere in Bergregionen, wo die komplexe Topographie die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Bränden und die Brandbekämpfung erschweren kann.

Die Forscher betonen die wachsende Bedeutung von Prävention, Frühwarnsystemen und Brandbekämpfungskapazitäten, auch in Gebieten, die bisher weniger betroffen waren. "In Mitteleuropa war die Waldbrandbekämpfung historisch eher eine geringe Priorität, was einige Gemeinden auf Perioden mit hohem Brandrisiko unvorbereitet lässt", merkte Hetzer an. Die Studie fordert die Berücksichtigung von Brandgefahren bei der Stadtplanung und Landbewirtschaftung, um sowohl Wälder als auch umliegende Gemeinden zu schützen.

Originalquelle: senckenberg.de