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Gesundheit

Experten befürworten neue Präventionsaufgaben für Apotheken

Laut Diabetes Zeitung befürworten Experten eine erweiterte Rolle von Apotheken bei der Prävention von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wirtschaftlichkeit erfordert gute Organisation und angemessene Vergütung.

29. September 2026
Experten befürworten neue Präventionsaufgaben für Apotheken

In einem Titelbeitrag der Diabetes Zeitung bewerten die beiden neuen Sprecher der Kommission Apotheker in der Diabetologie (BAK/DDG), der Diabetologe Dr. Ralf-Uwe Häußler und Professor Stephan Scherneck, die geplante Apothekenreform. Beide Experten begrüßen die vorgesehene stärkere Einbindung von Apotheken in die Früherkennung und Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes durch neue pharmazeutische Dienstleistungen.

Scherneck betont, dass Apotheken ein niederschwelliger Anlaufpunkt für alle Gesundheitsfragen sind. Bei Impfungen seien die Zielgruppen für Apotheken in der Regel Patienten ohne akute Erkrankung sowie Menschen mit geringer Motivation, präventiv einen Arzt zu konsultieren. Zur Wirtschaftlichkeit der pharmazeutischen Dienstleistungen sagte Häußler: "Diese ist nur gegeben, wenn alle Prozesse gut strukturiert sind und ein angemessenes Honorar bezahlt wird."

Häußler bewertet die Abgabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel ohne Rezept grundsätzlich positiv und sieht darin einen sinnvollen Bürokratieabbau, der die Versorgungskontinuität verbessern könnte, sofern das Verfahren auf wirklich dringende Fälle begrenzt ist. Scherneck lehnt eine Apotheke ohne Apotheker jedoch ab. Er ist der Meinung, dass "Zweigapotheken und PTA-Vertretung keine geeigneten Instrumente sind, die Zukunft der Vor-Ort-Apotheken zu sichern". Stattdessen fordert er eine Ausweitung der Studienplätze in Pharmazie und Humanmedizin.

Originalquelle: abda.de