FDA-Experten kritisieren Pläne zur Lockerung der Peptid-Regulierung
Wissenschaftler der US-Arzneimittelbehörde warnen vor einem Vorstoß des Gesundheitsministeriums, den Vertrieb ungeprüfter Peptid-Wirkstoffe zu erleichtern.

Wissenschaftliche Mitarbeiter der US-Arzneimittelbehörde FDA haben sich gegen einen Vorstoß des Gesundheitsministeriums (HHS) ausgesprochen, der den Zugang zu bisher nicht zugelassenen Peptid-Präparaten erleichtern soll. Die geplante Richtlinie würde die FDA daran hindern, gegen Apotheken vorzugehen, die Substanzen herstellen, welche die strengen Sicherheits- und Wirksamkeitsprüfungen der Behörde nicht durchlaufen haben.
Kritiker innerhalb der FDA warnen, dass diese Vorgabe das Kernmandat der Behörde untergrabe, die Bevölkerung vor ungeprüften Gesundheitsrisiken zu schützen. Zu den betroffenen Substanzen gehören Wirkstoffe wie BPC-157 und TB-500, die zwar im Wellness-Bereich beworben werden, von der FDA jedoch aufgrund potenzieller Gefahren wie Nierenschäden oder tumorösem Wachstum bereits in der Vergangenheit als bedenklich eingestuft wurden.
Der Vorstoß wird maßgeblich von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. vorangetrieben. Er argumentiert, dass ein legaler Zugang den Markt für unsichere Importe verdrängen würde. Obwohl die FDA-Experten an der Ausarbeitung technischer Sicherheitsstandards beteiligt wurden, bleibt die interne Kritik bestehen, da die regulatorische Aufsichtskompetenz der Behörde durch politische Vorgaben übergangen wird.
Die Branche der sogenannten Compounding-Apotheken hat in den USA ein massives Wachstum verzeichnet. Historisch gesehen war die FDA stets für die strenge Überwachung dieser Sparte zuständig, um Vorfälle wie den tödlichen Meningitis-Ausbruch von 2012 zu verhindern. Dass das Gesundheitsministerium nun federführend in die operative Arzneimittelregulierung eingreift, gilt unter Experten als außergewöhnlicher Vorgang.