US-Notenbank Fed pausiert Zinserhöhungen im September, schließt weitere nicht aus
Die US-Notenbank Federal Reserve hat auf ihrer September-Sitzung beschlossen, die Zinsen stabil zu halten. Die Entscheidungsträger erwarten einen weiteren Rückgang der Inflation, schließen aber eine Zinserhöhung bis Jahresende nicht aus.

Die Federal Reserve hat auf ihrer September-Sitzung beschlossen, die Zinsen unverändert zu lassen. Diese Entscheidung erfolgte vor dem Hintergrund komplexer Wirtschaftsindikatoren, die sowohl robustes Wachstum als auch einzigartige Herausforderungen aufzeigten.
Die Währungshüter kündigten an, weiterhin alle Wirtschaftsindikatoren genau zu beobachten und bereit zu sein, die Zinsen vor Jahresende anzuheben, falls dies als notwendig erachtet wird. Shawn Snyder, Global Investment Strategist bei J.P. Morgan, bemerkte, dass die Finanzmärkte die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung im Jahr 2023 etwa im Verhältnis eines Münzwurfs einschätzen. Er geht davon aus, dass die Fed die Zinserhöhungen wahrscheinlich abgeschlossen hat, sich aber die Option für eine weitere Erhöhung offenhalten möchte, falls Inflation und Wachstum unerwartet an Fahrt gewinnen.
Die Inflation, die 2022 ihren Höhepunkt erreichte, hat sich weitgehend abgeschwächt. Obwohl steigende Öl- und Benzinpreise die Verbraucher zuletzt belastet haben, besteht die allgemeine Auffassung, dass sich die Inflation in den kommenden Monaten weiter verlangsamen wird. Nachlassende Preise in Sektoren wie dem Automobil- und Wohnungsmarkt gelten als entscheidend für eine fortgesetzte Inflationsrückgänge.
Wirtschaftswachstum übertraf die Erwartungen, wobei die Prognosen für das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) für 2023 auf über 2 % angehoben wurden. Dieses Wachstum wurde durch die anhaltenden Ausgaben der amerikanischen Verbraucher getragen. Die Fed erwartet jedoch, dass sich die Wirtschaft im nächsten Jahr auf 1,5 % abkühlen wird. Zudem könnten die während der Pandemie gebildeten Ersparnisse noch in diesem Quartal aufgebraucht sein, was zu geringeren Konsumausgaben und damit zu einem potenziellen negativen Einfluss auf das Wachstum im Jahr 2024 führen könnte.