Fed strafft Geldpolitik – Goldpeis rückt 4.000-Dollar-Marke in den Fokus
Die unerwartete geldpolitische Straffung der US-Notenbank hat die Stimmung am Goldmarkt gedreht. Gold verliert jüngste Gewinne, während Analysten die Marke von 4.000 US-Dollar beobachten.

Die US-Notenbank (Fed) hat mit einer unerwarteten geldpolitischen Straffung die Stimmung am Goldmarkt gedreht und Preise unter Druck gesetzt. Nach einem vielversprechenden Wochenstart sackte der Goldpreis am Mittwoch ab, nachdem die Fed ihre Konjunkturprognosen aktualisierte und Raum für eine mögliche Zinserhöhung noch in diesem Jahr signalisierte – ein deutlicher Umschwung gegenüber März, als Zinssenkungen erwartet wurden.
Diese neuen Zinserwartungen erhöhen die Opportunitätskosten für das Halten von Gold und stützen gleichzeitig den US-Dollar, der auf den höchsten Stand seit Mai 2025 stieg. Der nach Angebotspreis (Spot) gehandelte Goldpreis fiel von über 4.230 US-Dollar Mitte der Woche am Freitagmorgen in den asiatischen Handelssitzungen unter 4.200 US-Dollar, in den Bereich von 4.120 bis 4.160 US-Dollar.
Aus technischer Sicht befindet sich der Markt in einer Schwebezone. Ole Hansen, Leiter Rohstoffstrategie bei Saxo Bank, betrachtet den 200-Tage-Durchschnitt als entscheidende Marke. Er geht davon aus, dass sich die Stimmung erst spürbar verbessern wird, wenn die Preisentwicklung selbst sich stabilisiert. Hansen betont die Wichtigkeit der 4.000-Dollar-Unterstützung, damit der jüngste Rückgang als Korrektur innerhalb des intakten Aufwärtstrends interpretiert werden kann.
Geopolitische Spannungen haben sich durch ein bevorstehendes Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran entspannt, was die Energieversorgung stören könnte. Dennoch bleiben Inflationssorgen bestehen und zwingen die Zentralbanken zu einer restriktiven Geldpolitik. Gold befindet sich in einem klassischen Tauziehen. Trotz kurzfristiger Risiken bleiben viele Analysten langfristig optimistisch, verweisen auf fortgesetzte Inflation, steigende Staatsverschuldung und den anhaltenden Goldkauf durch Zentralbanken.
Für die kommende Woche werden Wirtschaftsdaten, insbesondere Inflationsindikatoren, als Haupttreiber erwartet. Der PCE-Preisindex, das bevorzugte Inflationsmaß der Fed, wird Aufschluss über die Nachhaltigkeit des straffen Kurses geben. Kurzfristig dürfte Gold volatil bleiben, und eine erneute Prüfung der 4.000-Dollar-Marke ist nicht auszuschließen.