Bundesrichterin: Pentagon handelte rechtswidrig gegen KI-Firma Anthropic
Eine Bundesrichterin hat entschieden, dass das Pentagon rechtswidrig und grundlos handelte, als es das KI-Unternehmen Anthropic als Lieferkettenrisiko einstufte und wegen Kritik an der KI-Politik des Verteidigungsministeriums bestrafte.

Eine Bundesrichterin hat das Vorgehen des Pentagons gegen das KI-Unternehmen Anthropic für rechtswidrig und grundlos erklärt. Richterin Rita Lin entschied am Donnerstag in einer schriftlichen Anordnung, dass die Regierung illegal handelte, als sie das Unternehmen im Februar als Risiko in der Lieferkette einstufte und dies mit seiner Kritik an den Ansichten des Verteidigungsministeriums zur KI-Nutzung begründete.
Laut Richterin Lin basierten die Maßnahmen der Regierung "auf dem Wunsch, Anthropic als öffentliches Exempel für seine 'Arroganz' bei der Kritik an der Regierung zu statuieren, nicht auf irgendeiner begründeten Annahme, dass Anthropic sein Modell tatsächlich sabotieren würde." Die Richterin stellte zudem fest, dass weder die Verfassung noch das vom Bund genutzte Gesetz eine Grundlage für "umfassende Strafen, die hauptsächlich auf Anthropic's Kritik an der Sichtweise der Administration beruhen" boten.
Der Streit begann im Februar, als die Regierung Anthropic vorwarf, die nationale Sicherheit zu gefährden und es als Risiko in der Lieferkette einstufte. Anthropic-CEO Dario Amodei widersetzte sich der Einstufung, und das Unternehmen verklagte das Pentagon im März. Anthropic bezeichnete das Vorgehen der Regierung als "rechtswidrige Vergeltungskampagne", nachdem das Unternehmen die uneingeschränkte militärische Nutzung seiner Technologie verweigert hatte.
Die Klage hat eine ungewöhnlich öffentliche Debatte über den Einsatz von KI in der Kriegsführung und Massenüberwachung intensiviert. OpenAI, ein Konkurrent von Anthropic, schloss kurz nach der Bestrafung von Anthropic eine eigene Vereinbarung mit dem Pentagon. Sowohl Anthropic als auch OpenAI bereiten sich Berichten zufolge auf bedeutende Börsengänge vor.