Flugausfälle und Verspätungen im 1. Halbjahr 2019 leicht zurückgegangen
Flugverspätungen und -ausfälle sind in Deutschland und Europa im ersten Halbjahr 2019 leicht zurückgegangen. Laut einer Analyse von Flightright fielen rund 7.400 Flüge aus und fast 50.000 Flüge waren über 30 Minuten verspätet.

Flugverspätungen und -ausfälle verzeichneten im ersten Halbjahr 2019 in Deutschland und Europa einen leichten Rückgang. Die Analyse des Fluggastrechteportals Flightright zeigt, dass bundesweit rund 7.400 Flüge ausgefallen sind, was einem Rückgang von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Knapp 50.000 Flüge hoben zudem mit mehr als 30 Minuten Verspätung ab, auch diese Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig.
Der Frankfurter Flughafen führte die Verspätungsstatistik in Deutschland an, mit fast 12 Prozent der Flüge, die verspätet starteten. In Dresden gab es die meisten Annullierungen mit rund drei Prozent ausgefallener Flüge. Während diese Flughäfen bereits im Vorjahr das Negativ-Ranking anführten, haben sich die Gesamtzahlen verbessert. Der Flughafen Leipzig verzeichnete die wenigsten Verspätungen (4,8 Prozent) und Berlin Schönefeld die geringste Ausfallquote (0,4 Prozent).
Sebastian Legler, Geschäftsführer von Flightright, sieht einen leichten positiven Trend bei den Flugproblemen. „Die Folgen der Air Berlin-Pleite fallen in diesem Jahr weniger stark ins Gewicht als noch 2018“, erklärte Legler. Er fügte hinzu, dass die Fluggesellschaften aus den operativen Engpässen des Vorjahres gelernt hätten, jedoch bleibe die Entwicklung über die Sommermonate abzuwarten, da der Luftraum seine Kapazitätsgrenzen erreiche.
Im europäischen Vergleich der 40 größten Flughäfen schnitten die Londoner Flughäfen Luton und Stansted gut ab mit jeweils nur 0,2 Prozent Annullierungen. Oslo verzeichnete europaweit die höchste Annullierungsquote (2,6 Prozent). Die pünktlichsten Flughäfen in Europa waren Las Palmas, London Stansted und Paris Orly. In Lissabon, Warschau und Amsterdam starteten Flüge hingegen überdurchschnittlich oft mit mehr als 30 Minuten Verspätung.
Flightright schätzt, dass sich aus den Verspätungen und Ausfällen des ersten Halbjahres 2019 potenzielle Entschädigungsansprüche von rund 500 Millionen Euro für Passagiere ergeben. Das sind über 100 Millionen Euro weniger als im Vorjahreszeitraum. Rechtsexperte Oskar de Felice betonte, dass diese Summe nicht die tatsächlich ausgezahlten Entschädigungen widerspiegelt, da viele Fluggäste nach wie vor nicht über ihre Rechte informiert sind oder Schwierigkeiten haben, ihre Ansprüche bei den Airlines durchzusetzen.