FIU-Studie stellt führende Erklärung für Starrenbildung in Galaxien in Frage
Neue Forschung der Florida International University deutet darauf hin, dass Galaxienverschmelzungen nicht die Hauptursache dafür sind, warum Galaxien aufhören, Sterne zu bilden, und stellt damit eine langjährige astronomische Theorie in Frage.

Eine neue Studie der Florida International University (FIU) stellt die jahrzehntelange Erklärung in Frage, warum Galaxien aufhören, neue Sterne zu bilden. Die vorherrschende Theorie, bekannt als das "Merger-Quasar-Quench"-Paradigma, besagt, dass Galaxienverschmelzungen aktive supermassereiche Schwarze Löcher auslösen, die dann das für die Sternentstehung notwendige Gas ausstoßen.
Die von dem FIU-Physik-Doktoranden Camilo Casimiro geleitete und in der Fachzeitschrift Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlichte Studie analysierte über 11.000 simulierte Galaxien mithilfe der kosmologischen Simulation IllustrisTNG. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Galaxienverschmelzungen weder notwendig noch ausreichend sind, um die Sternentstehung zu stoppen. Nur etwa 3 % der großen Galaxienverschmelzungen führten innerhalb einer Milliarde Jahre zu einem Erlöschen der Sternentstehung.
Stattdessen legt die Studie nahe, dass langsamere, interne Prozesse eine wichtigere Rolle bei der Beendigung der Sternentstehung in Galaxien spielen. In den meisten Fällen, in denen die Sternenbildung eingestellt wurde, fanden die Forscher keine Anzeichen einer kürzlichen Verschmelzung, was den traditionellen Fokus auf dramatische Fusionsereignisse in Frage stellt.
Diese Erkenntnisse eröffnen neue Forschungswege zum Verständnis der Galaxienentwicklung. Die Studie legt nahe, dass Astronomen über spektakuläre energetische Ereignisse hinausblicken müssen, um die allmählichen, internen Mechanismen zu verstehen, die bestimmen, wann und wie Galaxien die Sternenproduktion einstellen. Dieser Perspektivwechsel könnte zu einem differenzierteren Verständnis der kosmischen Entwicklung führen.