Führungsabgänge und IPO-Verzögerungen belasten Flipkart
Der E-Commerce-Riese Flipkart kämpft mit einer Abwanderungswelle im Management und wachsender Unzufriedenheit bei Mitarbeitern hinsichtlich ihrer Aktienoptionen.

Innerhalb des letzten Jahres hat Flipkart 14 Führungskräfte verloren, darunter drei Vizepräsidenten. Diese Abgänge, die auch langjährige Mitarbeiter betreffen, unterstreichen die zunehmende interne Verunsicherung angesichts der wiederholt verschobenen Börsenpläne und der fehlenden Liquidität für Mitarbeiteraktienoptionen.
Der Mutterkonzern Walmart hat Flipkart angewiesen, vor einem Börsengang die Gewinnzone (EBITDA-Breakeven) zu erreichen. Diese Vorgabe erschwert den Spagat zwischen den hohen Investitionen in das neue Quick-Commerce-Geschäft und dem Druck, eine solide Finanzbilanz vorzuweisen. Experten bezweifeln, dass Flipkart die angestrebte Bewertung von 35 Milliarden Dollar ohne einen klaren, nachweisbaren Profitabilitätskurs halten kann.
Die Unzufriedenheit über die Aktienoptionen ist inzwischen bis zum Board von Walmart durchgedrungen, wo ehemalige Führungskräfte eine faire Auszahlungsmöglichkeit für ihre Anteile fordern. Während Wettbewerber wie Meesho und Snapdeal bereits den Sprung an die Börse gewagt haben, bleibt Flipkart in der Defensive. Das Unternehmen muss nun beweisen, dass es den Übergang von einem wachstumsorientierten Startup zu einem disziplinierten, profitablen E-Commerce-Ökosystem erfolgreich bewältigen kann.