Flores-Hobbits waren Aasfresser, legt Studie nahe
Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Homo floresiensis, bekannt als "Hobbits", keine Zwergelefanten jagten, sondern Kadaver verwerteten, was frühere Annahmen über ihr Verhalten in Frage stellt.

Fossilienfunde von der indonesischen Insel Flores legen nahe, dass Homo floresiensis, eine Zwerg-Homininenart, die als "Hobbits" bekannt ist, möglicherweise Aasfresser und keine Jäger von Zwergelefanten waren. Die von der Anthropologin Elizabeth Veatch von der Universität Tübingen geleiteten Erkenntnisse stellen frühere Interpretationen in Frage, die die Hobbits als fähig zum Jagen von Zwergelefanten ansahen.
Die Analyse von Homininen- und Zwergelefantenknochen, die in Höhlensedimenten gefunden wurden, deutet auf eine andere Ernährungsdynamik hin als ursprünglich angenommen. Komodowarane, große Echsen, die ebenfalls auf Flores vorkamen, gelten nun als die primären Jäger der Zwergelefanten. Den neuen Forschungen zufolge verzehrten die Hobbits wahrscheinlich das, was die Komodowarane übrig ließen.
Dieses überarbeitete Verständnis der Ernährungsgewohnheiten von Homo floresiensis könnte breitere Auswirkungen auf unser Verständnis der Homininen-Evolution und -Migration haben. Wenn ihre Fähigkeiten weniger fortgeschritten waren als bisher angenommen, könnte dies auch Theorien darüber beeinflussen, welche Homininenarten als erste aus Afrika wanderten.
Die Studie, die auf Sediment- und Knochenfragmenten basiert, bietet eine neue Perspektive auf die ökologischen Wechselwirkungen auf Flores, einer Insel, die für ihre einzigartige Megafauna bekannt ist. Weitere Untersuchungen des Fossilienbestands sind erforderlich, um diese neuen Schlussfolgerungen zu festigen.