Ehemaliger US-Kartellrechtsexperte: KI-Unternehmen verdienen keine Ausnahmen
Jonathan Kanter, ehemaliger US-Kartellamtschef, warnt KI-Unternehmen davor, unter dem Vorwand von Sicherheitsbedenken Ausnahmen zu suchen. Er betont die Notwendigkeit von Regulierung ohne Kompromisse bei Wettbewerbsgesetzen.

Jonathan Kanter, ehemaliger Leiter der Kartellrechtsabteilung des US-Justizministeriums und jetziger Rechtsprofessor, hat eine kritische Sicht auf die Forderungen großer KI-Unternehmen nach regulatorischen Ausnahmen geäußert. Kanter, der eine Schlüsselrolle bei der Neugestaltung der US-Wettbewerbspolitik spielte, äußerte die Sorge, dass KI-Unternehmen Sicherheitsbedenken als Vorwand nutzen könnten, um Kartelle zu bilden oder den Wettbewerb einzuschränken.
„Wir haben diese unglaublich leistungsfähige Technologie erfunden, aber wir haben keine Straßenmarkierungen, keine Ampeln und keine Geschwindigkeitsbegrenzungen“, sagte Kanter und verglich die aktuelle Situation mit der Erfindung von Autos ohne Straßen oder Regeln. Er betonte, dass sowohl Unternehmen als auch die Regierung die Verantwortung für die Schaffung notwendiger Spielregeln tragen.
Obwohl Akteure der KI-Branche, darunter OpenAI und Google DeepMind, Bedenken hinsichtlich der potenziellen Bedrohungen durch KI und der Notwendigkeit einer Verlangsamung der Entwicklung geäußert haben, ist Kanter skeptisch gegenüber ihren Vorschlägen für Ausnahmen von den Kartellgesetzen. Er glaubt, dass das gegenseitige Misstrauen der Unternehmen und der Druck, Wettbewerbsvorteile zu wahren, ihre kollektiven Forderungen nach einer Verlangsamung antreiben.
Laut Kanter sind Kartellrechtsausnahmen oder kartellähnliche Vereinbarungen nicht die Lösung für die Herausforderungen, die die KI-Entwicklung mit sich bringt. Stattdessen betont er die Notwendigkeit, einen klaren regulatorischen Rahmen zu schaffen, der die Sicherheit fördert, ohne gesunden Wettbewerb und Innovation zu untergraben.