📣 Senden Sie uns Ihre Pressemitteilung
Seite aktualisiert sich alle 15 Minuten
Professionelle Dienstleistungen

Gründers Unverzichtbarkeit kann Unternehmensbewertung senken

Käufer und Gutachter identifizieren einen 'Schlüsselpersonenrabatt' aufgrund der Unverzichtbarkeit eines Gründers, der den Unternehmenswert erheblich mindern kann.

13. Juli 2026
Gründers Unverzichtbarkeit kann Unternehmensbewertung senken

Eine aktuelle Analyse zeigt, dass die Tendenz von Gründern, in ihren Unternehmen unverzichtbar zu sein, den Verkaufswert des Unternehmens tatsächlich erheblich schmälern kann. Käufer und Gutachter bezeichnen dieses Phänomen als "Schlüsselpersonenrabatt" (key person discount), der den Unternehmenswert um bis zu 30 bis 50 Prozent im Vergleich zu unabhängigen Unternehmen senken kann. Die Wurzeln dieses Rabatts reichen bis zur IRS Revenue Ruling 59-60 aus dem Jahr 1959 zurück, die davor warnte, dass der Verlust des Managers eines "Ein-Mann-Betriebs" den Aktienwert mindert.

Branchenexperten schätzen den typischen Rabatt heute auf 10 bis 25 Prozent. In der Praxis kann er erheblich höher sein, wobei Unternehmen oft zum 3- bis 4-fachen des EBITDA verkauft werden, während unabhängige Unternehmen das 7- bis 8-fache erreichen. Das Phänomen entsteht, weil die zentrale Rolle des Gründers bei allen Entscheidungen und Abläufen das Wachstum des Unternehmens und seine Fähigkeit, ohne ihn zu funktionieren, begrenzt. Wenn der Gründer die Drehscheibe des Unternehmens ist, bepreisen Käufer dieses inhärente Risiko mit einer niedrigeren Bewertung.

Risikomanagement-orientierte Käufer können Risiken auch durch Earnout-Vereinbarungen auf den Gründer übertragen, die verlangen, dass der Gründer auch Jahre nach der Übernahme im Unternehmen verbleibt. Die Analyse betont, dass das eigentliche Problem nicht die Expertise des Gründers ist, sondern das Fehlen einer robusten zweiten Führungsebene oder von Systemen, die einen unabhängigen Betrieb ermöglichen. Die Unverzichtbarkeit des Gründers behindert die Entwicklung und Verantwortlichkeit anderer.

Als Lösung wird eine klare Unterscheidung zwischen Entscheidungen vorgeschlagen, die für den Gründer wirklich essentiell sind (z. B. Kapitalallokation, Auswahl von Schlüsselpersonal), und solchen, die der Gründer lediglich bevorzugt trifft. Darüber hinaus sollten Kundenbeziehungen aktiv auf das Unternehmen übertragen werden, nicht nur auf den Gründer, vor einem potenziellen Verkauf.

Originalquelle: inc.com