Vier von zehn Mittelständlern beklagen erschwerten Kreditzugang
Der Kreditzugang für deutsche Mittelständler hat sich weiter verschlechtert. Im zweiten Quartal 2026 sahen sich 40,5 Prozent der Unternehmen durch Banken eingeschränkt, ein neuer Rekordwert seit 2017.

Der Zugang zu Krediten für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland hat sich im zweiten Quartal 2026 weiter verschlechtert. Laut KfW Research beklagten 40,5 Prozent der kreditinteressierten KMU, dass ihre Banken bei der Kreditvergabe restriktiv agieren. Dieser Wert stellt einen neuen Rekord dar, seit die Erhebung der KfW-ifo-Kredithürde 2017 begann, und ist eine Steigerung um 6,5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal.
Auch bei Großunternehmen zeigt sich eine Verschärfung der Kreditbedingungen. 32,9 Prozent von ihnen berichteten von restriktiven Bankenmassstäben, was den zweithöchsten jemals gemessenen Wert darstellt. Dr. Dirk Schumacher, Chefökonom der KfW, erklärte, dass die schwache Konjunktur die Bilanzen und Ratings der Unternehmen verschlechtere, worauf Banken mit höheren Risikoaufschlägen und härteren Konditionen reagierten.
Besonders stark betroffen vom Anstieg der Kredithemmnisse war der Einzelhandel, wo über die Hälfte der Unternehmen beider Grössenklassen mit Einschränkungen konfrontiert war. Dies wird auf die inflationsbedingte Konsumflaute zurückgeführt, die den Sektor besonders hart trifft.
Gleichzeitig ging im zweiten Quartal 2026 auch die Nachfrage nach Krediten spürbar zurück. Nur noch 19,3 Prozent der KMU führten Finanzierungsverhandlungen, der tiefste Stand seit Ende 2023. Auch die Nachfrage grosser Unternehmen war unterdurchschnittlich. Als Grund für den Rückgang der Kreditnachfrage nannte Dr. Schumacher die gedämpfte Stimmung in deutschen Unternehmen, beeinflusst durch geopolitische Unsicherheiten wie den Iran-Krieg und dessen Auswirkungen auf Energiepreise und Lieferketten.