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Verbraucher

Frankreich verbietet unerwünschte Telemarketing-Anrufe und verhängt hohe Bußgelder

Frankreich hat unerwünschte Telemarketing-Anrufe mit einem neuen Verbraucherschutzgesetz verboten. Das Gesetz verbietet Unternehmen, Verbraucher ohne deren ausdrückliche vorherige Zustimmung zu kontaktieren, und sieht Bußgelder von bis zu 375.000 Euro pro Anruf für Unternehmen vor.

12. August 2026
Frankreich verbietet unerwünschte Telemarketing-Anrufe und verhängt hohe Bußgelder

Frankreich hat unerwünschte Telemarketing-Anrufe durch eine neue Verbraucherschutzgesetzgebung verboten. Das am Dienstag in Kraft getretene Gesetz soll Verbraucher vor aufdringlichen Verkaufsgesprächen schützen und schutzbedürftige Personen vor betrügerischen Geschäftspraktiken bewahren. Gemäß den neuen Vorschriften ist es Unternehmen untersagt, Verbraucher ohne deren ausdrückliche vorherige Zustimmung zu kontaktieren, die jederzeit widerrufen werden kann.

Die Gesetzgebung ist eine Reaktion auf jahrelange Beschwerden von Verbrauchern. Behörden schätzen, dass etwa drei Viertel der Bevölkerung in Frankreich wöchentlich mindestens einen unerwünschten Anruf zu Verkaufszwecken erhalten. Zuvor mussten sich Verbraucher auf einer staatlichen Liste eintragen, um solche Anrufe zu vermeiden, aber Verbraucherorganisationen gaben an, dass einige Callcenter diese Liste ignorierten.

Verstöße gegen das Gesetz können erhebliche finanzielle Strafen nach sich ziehen. Einzelpersonen, die illegale Anrufe tätigen, können mit Bußgeldern von bis zu 75.000 Euro pro Anruf belegt werden, während Unternehmen mit Bußgeldern von bis zu 375.000 Euro pro Anruf rechnen müssen. Ausnahmen gelten, beispielsweise wenn ein Verbraucher seine Zustimmung erteilt hat, etwa durch Ankreuzen eines Kästchens auf einem Formular. Unternehmen können auch bestehende Kunden mit neuen kommerziellen Angeboten kontaktieren, wenn bereits eine vertragliche Beziehung besteht.

Die neuen Vorschriften haben in Marokko Besorgnis ausgelöst, wo schätzungsweise 50.000 Arbeitsplätze im Telemarketingsektor gefährdet sind. Marokko war aufgrund niedriger Arbeitskosten und einer großen französischsprachigen Arbeitskraft ein attraktives Outsourcing-Ziel für französische Unternehmen. Nachbarländer wie Deutschland und die Niederlande haben ebenfalls kürzlich ihre Telemarketing-Regeln verschärft, während Länder wie die USA, Kanada und Großbritannien weiterhin auf Opt-out-Systeme setzen.

Originalquelle: fastcompany.com