Frankreichs Mindestlohnempfänger: Eine ökonomische Realitätsprüfung
Der Anteil der Mindestlohnempfänger in Frankreich ist in den letzten Jahren gestiegen, beeinflusst durch automatische Inflationsanpassungen und hohe Inflation, was die reale Kaufkraft beeinträchtigt.

Der Anteil der Beschäftigten, die in Frankreich den Mindestlohn (SMIC) erhalten, ist deutlich gestiegen und erreichte 2023 17 %, verglichen mit 12 % im Jahr 2021. Dieser Trend wirft Fragen zur sogenannten "Mindestlohnfalle" auf, die die französische Regierung als Problem bezeichnet hat.
Mehrere Faktoren erklären diesen Anstieg. Der französische Mindestlohn ist relativ hoch im Vergleich zum Medianeinkommen, was potenziell die Aufwärtsmobilität der Löhne verlangsamt. Darüber hinaus hat die hohe Inflation in den letzten Perioden die reale Kaufkraft geschmälert, auch wenn die Nominallöhne gestiegen sind. Dies hat den Mindestlohn zu einem wichtigeren Lohnmaßstab gemacht.
Laut der französischen Statistikbehörde DARES profitierten 17 % der Beschäftigten von der Mindestlohnerhöhung im Januar 2023, was 3,1 Millionen Menschen entspricht. Diese Zahl ist zwar signifikant, aber nicht beispiellos; bereits 2005 lag der Anteil bei über 16 %. Bei reinen Vollzeitbeschäftigten lag der Anteil Anfang 2023 bei etwa 12 %.
Die automatische Kopplung des nationalen Mindestlohns an die Inflation ist ein Haupttreiber. Der französische SMIC wird jährlich auf der Grundlage der Verbraucherpreisinflation angepasst. In Zeiten hoher Inflation kann der Mindestlohn schneller steigen als andere tariflich vereinbarte Löhne, was dazu führt, dass er branchenspezifische Mindestlöhne einholt oder übertrifft, die keine solchen automatischen Anpassungen vorsehen.