Fraunhofer entwickelt KI zur Stabilisierung des Stromnetzes
Forscher des Fraunhofer-Instituts entwickeln KI-Lösungen zur Verbesserung der Stabilität des deutschen Stromnetzes und zur Vermeidung von Ausfällen angesichts eines wachsenden Anteils erneuerbarer Energien.

Deutschlands Stromnetz steht vor erheblichen Herausforderungen aufgrund veralteter Infrastruktur und eines wachsenden Anteils erneuerbarer Energiequellen. Verschiedene Einheiten des Fraunhofer-Instituts entwickeln neue Lösungen zur Gewährleistung der Netzstabilität und zur Verhinderung von Störungen.
Herkömmliche Kohle- und Kernkraftwerke lieferten die notwendige Momentanreserve und Trägheit zur Ausbalancierung des Stromnetzes. Mit dem zunehmenden Wachstum neuer, dezentraler erneuerbarer Energiequellen wird diese Ausbalancierung schwieriger, da ihnen die gleiche mechanische Trägheit fehlt. Christof Wittwer vom Fraunhofer ISE zufolge müssen Netzbetreiber nun täglich Hunderte von Korrekturmaßnahmen durchführen, verglichen mit gelegentlichen Eingriffen in der Vergangenheit, was zu erhöhten Kosten führt.
Forscher des Fraunhofer IEE arbeiten im Rahmen des eKI4DS-Projekts in Zusammenarbeit mit NVIDIA und TransnetBW an der Entwicklung eines KI-Modells. Dieses Modell nutzt maschinelles Lernen und ein groß angelegtes Simulationsmodell des deutschen Übertragungsnetzes, um kritische Situationen in Echtzeit zu erkennen und Gegenmaßnahmen vorzuschlagen. Ziel ist es, das Risiko kostspieliger, langanhaltender Stromausfälle zu minimieren.
Darüber hinaus entwickelt Dennis Rösch vom Fraunhofer IOSB-AST einen KI-Agenten, der die Datenanalyse automatisiert und die Leitstellenbetreiber bei der Entscheidungsfindung unterstützt. Dies ist entscheidend, da die Verfügbarkeit von geschultem Personal eine Herausforderung darstellt und KI helfen kann, Aufgaben schneller und effizienter auszuführen, wodurch das Potenzial für menschliche Fehler reduziert wird.
Diese Initiativen unterstreichen die Notwendigkeit, das Stromnetz zu modernisieren und Digitalisierung sowie KI zu nutzen, um ein sichereres und zuverlässigeres Energiesystem zu schaffen.