Fraunhofer entwickelt digitale Identifikation für historische Münzen
Forscher des Fraunhofer IFF haben mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt ein System zur digitalen Erfassung und Erkennung von historischen Münzen entwickelt. Es erstellt digitale Fingerabdrücke.

Das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und Automatisierung IFF hat in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt ein neues System zur digitalen Identifizierung historischer Münzen entwickelt. Diese Technologie ermöglicht die Erstellung einzigartiger digitaler "Fingerabdrücke" für jede Münze, was eine präzise Klassifizierung und Authentifizierung erlaubt.
Die Forschung adressiert die Herausforderung der Dokumentation umfangreicher Sammlungen historischer Münzen, die sich oft nur in feinen Details unterscheiden und nicht mit herkömmlichen Methoden wie Barcodes markiert werden können. Das System digitalisiert und beschreibt Münzen durch die Erfassung ihrer visuellen Merkmale, einschließlich Verschleißspuren und Oberflächenunregelmäßigkeiten, und erstellt so eine exakte digitale Aufzeichnung.
Der entwickelte Scanner, O.S.C.A.R. (Optical System for Coin Analysis and Recognition), nutzt mehrere Kameras und Lichtquellen zur Erfassung hochauflösender Bilder beider Münzseiten. Er hat eine Erkennungsrate von über 98 Prozent gezeigt und kann kleinste Veränderungen oder Beschädigungen erkennen, was für die Überprüfung der Echtheit und die Identifizierung von Fälschungen entscheidend ist.
Dieser technologische Fortschritt unterstützt umfassendere Digitalisierungsbemühungen im Kulturerbe deutscher Bundesländer. Die Fähigkeit, schnell und präzise digitale Darstellungen von Münzen zu erstellen, verbessert die Erhaltung und Erforschung numismatischer Sammlungen und bietet eine Lösung für langjährige Dokumentationsherausforderungen.