Fraunhofer entwickelt zweifachen Infektionsschutz für Implantate
Das Fraunhofer IFAM hat eine neue Hybridbeschichtung entwickelt, die Silber und individuell ausgewählte Antibiotika kombiniert, um das Infektionsrisiko bei medizinischen Implantaten zu reduzieren.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) in Bremen haben eine zweifache Schutzmaßnahme für medizinische Implantate zur Infektionsprävention entwickelt. Der neue Ansatz basiert auf einer Hybridbeschichtung des Implantats, die sowohl antibakterielles Silber als auch ein patientenspezifisches Antibiotikum integriert.
Implantatoperationen, wie beispielsweise künstliche Hüft- oder Kniegelenke, bergen ein durchschnittliches Infektionsrisiko von 1-2 %. Obwohl dieser Prozentsatz gering ist, betrifft er jährlich eine beträchtliche Anzahl von Patienten, und die Zahl der Eingriffe wird voraussichtlich steigen. Infektionen können zu verlängerten Erholungsphasen führen und den Austausch des Implantats erforderlich machen.
Die vom Fraunhofer IFAM entwickelte Technologie nutzt die lang anhaltenden antimikrobiellen Eigenschaften von Silber in Verbindung mit der schnelleren, gezielten Wirkung eines Antibiotikums. Das Projekt mit dem Namen AntiSelektInfekt wurde in Zusammenarbeit mit einem Forschungsteam der Berliner Charité durchgeführt, das die Wirksamkeit der Beschichtung in präklinischen Studien getestet und validiert hat.
Das Verfahren beinhaltet die Strukturierung der Implantatoberfläche mittels Laser zur Erzeugung mikroskopischer Poren. Anschließend werden Silberpartikel und das Antibiotikum in die Beschichtung integriert. Das Antibiotikum wird schnell freigesetzt, während das Silber während der Heilungsphase einen anhaltenden Schutz bietet. Die Forschung zielt darauf ab, implantatassoziierte Infektionen signifikant zu reduzieren.