Fraunhofer entwickelt schnelleres, kosteneffizientes System für mRNA-Wirkstoffe
Sieben Fraunhofer-Institute haben ein automatisiertes, digital gesteuertes Produktionssystem für mRNA-basierte Medikamente entwickelt. Das neue RNAuto-System zielt darauf ab, Geschwindigkeit, Flexibilität und Kosteneffizienz im Vergleich zu bestehenden Methoden zu verbessern.

Forscher von sieben Fraunhofer-Instituten haben ein automatisiertes, digital gesteuertes Produktionssystem zur Herstellung von mRNA-basierten Medikamenten und Impfstoffen entwickelt. Das RNAuto-Projekt adressiert Herausforderungen in Bezug auf Komplexität, Geschwindigkeit und Skalierbarkeit, die bisher die Verfügbarkeit dieser fortschrittlichen Therapeutika eingeschränkt haben.
Das neue System integriert die Qualitätskontrolle direkt in den Produktionsablauf und reduziert die langwierigen manuellen Prozesse, die in der traditionellen mRNA-Medikamentenherstellung üblich sind. Das System formuliert mRNA-Moleküle mit Lipiden zu schützenden Nanopartikeln mittels eines kontinuierlichen Mikromischers. Integrierte Sensoren und digitale Zwillinge ermöglichen eine Echtzeit-Qualitätsüberwachung, wie z.B. die Analyse der Größenverteilung von Nanopartikeln, wodurch Prozessunterbrechungen für manuelle Probenahmen und Analysen entfallen.
"Alle Prozessdaten werden systematisch erfasst und in einer strukturierten digitalen Dokumentation gespeichert, was eine solide Grundlage für die datengesteuerte Optimierung nachfolgender Produktionszyklen schafft", erklärt Rolf Hendrik van Lengen vom Fraunhofer-Institut für experimentelles Software Engineering IESE. Das modulare Design ermöglicht eine flexible Anpassung an neue Bioprozesse und verschiedene Varianten des Wirkstoffs, so Niels König vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT.
Der Fokus des Projekts auf die Optimierung der Produkt- und Prozessqualität zielt darauf ab, eine schnellere, skalierbare und kosteneffizientere Produktion von mRNA-basierten Behandlungen zu ermöglichen. Dieser Fortschritt ist entscheidend für den verbesserten Zugang zu neuartigen Therapien für Krankheiten wie Krebs, genetische Störungen und Infektionskrankheiten.