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Wissenschaft

Fraunhofer entwickelt proteinbasierte Süßstoffe als Zuckerersatz

Forscher entwickeln neue proteinbasierte Süßstoffe mittels Biotechnologie zur Reduzierung des Zuckerkonsums. Die Süßstoffe werden durch mikrobielle Fermentation hergestellt.

27. Juni 2026
Fraunhofer entwickelt proteinbasierte Süßstoffe als Zuckerersatz
Bild ist eine KI-generierte Illustration

Proteinhaltige Süßstoffe als Zuckeralternative

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Molekulare Biologie und Angewandte Ökologie IME entwickeln neue proteinbasierte Süßungsmittel als Ersatz für Zucker und bestehende Zuckeralternativen, insbesondere für den Einsatz in Getränken. Die Initiative reagiert auf die wachsenden Bedenken hinsichtlich der gesundheitlichen Auswirkungen eines übermäßigen Zuckerkonsums, darunter Karies, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine maximale tägliche Zuckerzufuhr von 25 Gramm. Viele Fertiggerichte und Getränke enthalten jedoch erhebliche Zuckermengen. Die neuen Protein-Süßungsmittel basieren auf natürlich vorkommenden Süßproteinen wie Brazzein, das in der afrikanischen Pflanze Pentadiplandra brazzeana vorkommt. Die Extraktion des Proteins aus der Pflanze ist jedoch ein zeitaufwändiger Prozess mit geringem Ertrag.

Forscher am Fraunhofer IME arbeiten gemeinsam mit der metaX Institut für Diätetik GmbH und der candidum GmbH an der Entwicklung von Proteinvarianten. Diese Modifikationen zielen darauf ab, die Stabilität gegenüber pH-Wert und Temperatur zu verbessern, die Süße zu erhöhen und das Geschmacksprofil zu optimieren. Ziel ist es, ein überlegenes sensorisches Erlebnis ohne unerwünschte Nebeneffekte wie ein kratzendes Gefühl im Hals zu erzielen.

Die verbesserten Süßstoffkandidaten werden mittels biotechnologischer Verfahren, einschließlich mikrobieller Fermentation, hergestellt. Bei diesem Prozess wird das Gen für das Süßprotein in Hefezellen eingebracht, die dann in einem Bioreaktor kultiviert werden. Diese Methode zielt darauf ab, große Mengen der optimierten Süßproteine zu produzieren, die bis zu 10.000 Mal süßer als Haushaltszucker sein können.

Originalquelle: fraunhofer.de