Fraunhofer-Prozess holt wertvolle Rohstoffe aus Batterien
Das Fraunhofer IFAM entwickelt ein elektrochemisches Verfahren zur Rückgewinnung von Lithium, Kobalt und Nickel aus Elektroschrott. Die Technologie soll die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen verringern.

Das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Bremen entwickelt ein elektrochemisches Verfahren zur Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe wie Lithium, Kobalt und Nickel aus dem Recycling von Batterien. Die neue Technologie soll zukünftig auch die Gewinnung von Seltenerdmetallen aus Elektronikschrott ermöglichen und somit die Abhängigkeit von Importen verringern.
Im Vergleich zu aktuellen pyrometallurgischen und hydrometallurgischen Recyclingverfahren, die energieintensiv sind und hohe CO2-Emissionen verursachen, arbeitet das Fraunhofer-Verfahren ohne Säuren oder Basen und benötigt weniger Energie. Die Methode nutzt speziell gefertigte Elektroden, die wertvolle Metalle effizient aus Prozesswasser abtrennen und binden, wobei hochreine Substanzen gewonnen werden.
Die Forscher gehen davon aus, dass der Prozess für die industrielle Anwendung skaliert werden kann. Ein System mit mehreren Reaktoren könnte die Rückgewinnung verschiedener kritischer Rohstoffe in einer einzigen Anlage ermöglichen. Dies würde die Materialrückgewinnung verbessern und die Abhängigkeit Europas von kritischen Rohstoffen, von denen viele derzeit importiert werden müssen, erheblich verringern.
Das Fraunhofer IFAM hat die Technologie bereits im Labor getestet und baut derzeit eine Pilotanlage im Großmaßstab. Ziel ist es, dass das Verfahren auch auf das Recycling von Seltenerdmetallen aus Elektronikschrott angewendet werden kann, einem Bereich, in dem Europa bisher vollständig von Importen abhängig war. Darüber hinaus wird die Methode für die Meerwasserentsalzung und die Behandlung von Krankenhausabwässern untersucht.