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Gesundheit

Fraunhofer-Institut entwickelt neuartige Zahnpasta gegen Parodontitis

Forscher am Fraunhofer-Institut für Strukturdynamik und Systemzuverlässigkeit LBF haben eine Substanz identifiziert, die gezielt Parodontitis-Erreger hemmt, ohne die Mundflora zu schädigen. Die Technologie wurde in ein neues Zahnpflegeprodukt überführt.

12. Juni 2026
Fraunhofer-Institut entwickelt neuartige Zahnpasta gegen Parodontitis
Bild ist eine KI-generierte Illustration

Forscher am Fraunhofer-Institut für Strukturdynamik und Systemzuverlässigkeit LBF haben eine neuartige Substanz identifiziert, die gezielt das Wachstum von Parodontitis-Erregern wie Porphyromonas gingivalis hemmt. Diese Entwicklung soll das natürliche Gleichgewicht der Mundflora erhalten, da die Substanz nützliche Bakterien schont, während sie die schädlichen aufhält.

Die entwickelte Verbindung, Guanidinoetylbenzylamino-Imidazopyridin-Acetat, tötet die krankheitsverursachenden Bakterien nicht ab, sondern blockiert deren Wachstumsmechanismen. Dies ermöglicht es den gesunden Mikroorganismen im Mund, sich besser zu etablieren und ihre schützende Funktion wieder aufzunehmen, was zur Stabilität des mikrobiellen Gleichgewichts beiträgt.

Parodontitis ist eine weit verbreitete Erkrankung, die zu Zahnfleischrückgang, Zahnlockerung und potenziell zu systemischen Gesundheitsproblemen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann. Herkömmliche Mundpflegeprodukte greifen oft alle Bakterien an, was die Wiederkehr der Krankheit begünstigen kann, sobald die Mundflora sich neu aufbaut.

Die Technologie geht auf ein EU-Projekt zurück und wurde durch das 2018 gegründete Fraunhofer-Spin-off PerioTrap Pharmaceuticals GmbH weiterentwickelt und zum marktreifen Produkt gebracht. Die nun verfügbare Zahnpasta von PerioTrap enthält nicht nur den Wirkstoff zur Bekämpfung von Parodontitis-Erregern, sondern auch klassische Putzkörper und Fluorid zur Kariesprophylaxe.

Originalquelle: fraunhofer.de