Fraunhofer-Studie: Potenzial von Normen und Standards besser nutzen
Eine neue Fraunhofer-Studie zeigt, dass Normen und Standards für den Wissens- und Technologietransfer nicht ausreichend genutzt werden. Die Untersuchung gibt Handlungsempfehlungen zur besseren Ausschöpfung ihres Potenzials.

Eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts verdeutlicht, dass Normen und Standards als Instrumente für den Wissens- und Technologietransfer bisher wenig verbreitet und nicht ausreichend genutzt werden. Die Untersuchung zielt darauf ab, Empfehlungen für eine bessere Ausschöpfung der damit verbundenen Potenziale zu erarbeiten.
Die Studie, die standardessenzielle Publikationen und Patente analysierte sowie qualitative Interviews mit 44 Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Verbänden führte, kommt zu dem Schluss, dass es an einer strategischen und strukturellen Verankerung von Normungs- und Standardisierungsarbeit in den Organisationen mangelt. Es fehle zumeist an einer etablierten Normungskultur, und die Verantwortung liege oft bei einzelnen Mitarbeitenden.
Für Forschungseinrichtungen sind die Verbreitung von Forschungsergebnissen und die Vernetzung mit Unternehmen und anderen Forschungseinrichtungen treibende Faktoren. Unternehmen sehen vor allem Vorteile in der Einbeziehung eigener Interessen und der standardkonformen Umsetzung von Technologien. Hemmnisse sind für beide Gruppen fehlendes Wissen über Normung und Standardisierung sowie hohe finanzielle Aufwände.
Die Handlungsempfehlungen der Studie betonen die Notwendigkeit einer stärkeren strategischen und strukturellen Integration. Dazu gehören strategische Kooperationen, die Schaffung klarer Verantwortlichkeiten sowie die Implementierung von Anreizen und Performanzmessung. Weiterhin soll das Bewusstsein für die Relevanz von Normung und Standardisierung gefördert werden.
Ein Zitat aus der Studie verdeutlicht die Bedeutung: "In der angewandten Forschung geht man mit Normung den letzten logischen Schritt." Ziel ist es, Organisationen zu befähigen, diesen Hebel optimal für ihre Interessen zu nutzen.