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Bauwesen

Französisches Gericht macht Ölkonzerne für Kundenauswirkungen haftbar

Ein französisches Gericht hat das Energieunternehmen TotalEnergies verpflichtet, nicht nur eigene, sondern auch die Emissionen seiner Kunden aus der Nutzung seiner Produkte zu melden.

30. Juli 2026
Französisches Gericht macht Ölkonzerne für Kundenauswirkungen haftbar

Ein französisches Gericht hat entschieden, dass der europäische Öl- und Gaskonzern TotalEnergies verpflichtet ist, sowohl die Emissionen aus eigenen Betrieben als auch die Emissionen seiner Kunden bei der Nutzung der Unternehmensprodukte zu melden. Diese Entscheidung erweitert die rechtliche Verantwortung von Unternehmen für die Auswirkungen des Klimawandels erheblich.

Das Urteil verpflichtet TotalEnergies, innerhalb von sechs Monaten einen Bericht vorzulegen, der die Emissionen von Fluggesellschaften, Autofahrern und anderen Verbrauchern von Öl- und Erdölprodukten aufführt. Diese kundenbedingten Emissionen machen den überwiegenden Teil des gesamten Klima-Fußabdrucks des Unternehmens aus. Zudem muss das Unternehmen die Umweltrisiken, Risiken für Menschenrechte und Gesundheit bewerten und seine Pläne zur Risikominderung darlegen.

TotalEnergies hat angekündigt, dem Urteil nachzukommen, wobei ein Berufungsverfahren weiterhin möglich ist. Das Urteil stärkt die Bemühungen um Unternehmensverantwortung gegenüber Ölkonzernen in Frankreich und könnte Präzedenzfälle für ähnliche EU-weite Vorschriften schaffen, die 2028 in Kraft treten sollen.

Das französische Gesetz, das solche Meldungen vorschreibt, entstand nach dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch im Jahr 2013. Dies führte zu Forderungen, Unternehmen für die Emissionen ihrer gesamten Lieferketten und Produktlebenszyklen verantwortlich zu machen.

Die eigenen Betriebe von TotalEnergies verursachen jährlich etwa 34 Millionen Tonnen Kohlendioxidemissionen. Die Emissionen, die seinen Kunden zugeschrieben werden, werden auf etwa das Zehnfache geschätzt, wodurch die gesamte Klimaauswirkung des Unternehmens mit den jährlichen nationalen Emissionen Australiens vergleichbar ist.

Originalquelle: fastcompany.com