Französische Verleger fordern Bezahlung von Google für KI-Nachrichtenzusammenfassungen
Ein französischer Pressedachverband, APIG, hat die französische Wettbewerbsbehörde gebeten, wegen Googles KI-generierten Nachrichtenzusammenfassungen einzugreifen. Es geht um unbezahlte Inhaltsnutzung und reduzierte Webseiten-Besuche.

Der französische Verband der Informationspresse (APIG) hat die Wettbewerbsbehörde des Landes gebeten, gegen Googles KI-generierte Nachrichtenzusammenfassungen einzuschreiten. Die Organisation wirft Google vor, Inhalte von Verlegern ohne gesonderte Genehmigung oder Vergütung zu nutzen, und behauptet, die Funktion reduziere den Traffic auf Nachrichten-Websites.
Die Beschwerde betrifft insbesondere Googles Funktionen "AI Overviews" und "AI Mode", die KI-generierte Antworten direkt in den Suchergebnissen liefern. APIG gibt an, dass Google diese Nutzungen von Nachrichtenmaterial eingeführt hat, ohne mit den Verlegern zu verhandeln. Die französische Regulierungsbehörde für Kommunikation, Arcom, schätzt laut APIG, dass diese Funktionen zu einem Rückgang des Traffics auf den Websites der Verleger um 33 bis 38 Prozent geführt haben.
Separate Untersuchungen haben ebenfalls weniger Klicks bei Suchanfragen ergeben, die KI-generierte Antworten anzeigen. Eine Studie von Ahrefs aus Februar 2026 analysierte 300.000 Schlüsselwörter und stellte fest, dass die Klickrate für das bestplatzierte Ergebnis bei Suchanfragen mit "AI Overviews" im Dezember 2025 im Vergleich zum Dezember 2023 um 58 Prozent gesunken ist.
APIG fordert die Wettbewerbsbehörde auf, einen ähnlichen Ansatz zu verfolgen wie bei der Entscheidung gegen Meta im Juli 2026, als Meta aufgefordert wurde, einen Zahlungsplan vorzulegen und die Verhandlungen mit französischen Mediengruppen über unbezahlte Gebühren für die Inhaltsnutzung wieder aufzunehmen. Diese Streitigkeiten fallen unter den EU-Rahmen für "Urheberrecht für Verleger" (Nachbarrechte), der es Presseherausgebern ermöglicht, eine Vergütung zu verlangen, wenn digitale Plattformen ihre Inhalte wiederverwenden.
Google war in Frankreich bereits zuvor mit diesen Regeln konfrontiert. Im Jahr 2021 verhängte die Wettbewerbsbehörde eine Geldstrafe von 500 Millionen Euro gegen Google wegen Nichteinhaltung von Anordnungen zur Verhandlung in gutem Glauben mit Verlegern. APIG argumentiert nun, dass Googles Nutzung von Pressematerial für KI-generierte Suchergebnisse unter die umfassenderen Verpflichtungen fällt, die sich aus dieser Auseinandersetzung ergeben.