Von künstlicher zu synthetischer Intelligenz: Wie Unternehmen sich anpassen müssen
Der Begriff „synthetische Intelligenz" wird verwendet, um fortschrittlichere KI-Systeme zu beschreiben. Dieser Wandel erfordert neue Strategien und Kontrollmechanismen für Unternehmen.

Der Philosoph John Haugeland schlug bereits vor 40 Jahren vor, „künstliche Intelligenz" als „synthetische Intelligenz" zu bezeichnen, da sie auf echte Intelligenz und nicht auf Nachahmung abzielt. Heute erscheint diese Unterscheidung besonders relevant, da sich KI-Systeme zu immer autonomeren und fähigeren Entitäten entwickeln.
Diese Entwicklung gipfelt in der „synthetischen Intelligenz", die sich von traditioneller KI durch fünf Merkmale unterscheidet: anhaltende Autonomie, beständige Identität, Handlungsfähigkeit in der Welt, Selbstmodifikation und generative Unabhängigkeit. Systeme werden zunehmend besser darin, Aufgaben über längere Zeiträume auszuführen, sich Informationen über Sitzungen hinweg zu merken, aktiv in Geschäftssystemen zu agieren, ihren eigenen Code zu modifizieren und sogar eigene Teilziele zu entwickeln.
Schätzungen zufolge wird die Zahl der eingesetzten KI-Agenten in Großunternehmen in den kommenden Jahren exponentiell ansteigen. Diese Entwicklung stellt traditionelle Unternehmensstrukturen und Annahmen in Frage. Beispielsweise reichen Kontrollmechanismen, die zur Fehlererkennung konzipiert sind, möglicherweise nicht aus für Systeme, die eigene Entscheidungen treffen.
Diese Transformation erfordert ein neues Denken von Unternehmen. Firmen müssen sich darauf einstellen, dass sich Wettbewerbspositionen nicht mehr in menschlicher Geschwindigkeit ändern und dass Beschaffungsentscheidungen nicht nur preis-leistungs-orientiert sind. Die eigene Handlungsfähigkeit und Entscheidungsautonomie der Systeme erfordern eine Neubewertung von Risikomanagement und Geschäftsstrategien.