Gesundheitsfolgen des Fukushima-Atomunfalls bewertet
Die Strahlendosen für die Bevölkerung nach dem Fukushima-Atomunfall waren im Allgemeinen gering. Die Umsiedlung und sozialen Verwerfungen durch Evakuierungsmaßnahmen führten jedoch zu erheblichen psychischen und sozialen Folgen.

Die gesundheitlichen Folgen des Nuklearunfalls im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi in Japan, der sich am 11. März 2011 ereignete, wurden durch verschiedene Studien bewertet. Während es keine weit verbreiteten, signifikanten strahlungsbedingten Gesundheitsprobleme gab, haben die nach dem Unfall angeordneten Evakuierungs- und Umsiedlungsmaßnahmen zu weitreichenden sozialen und psychologischen Auswirkungen geführt.
Die Einwohner der Region Fukushima waren radioaktivem Niederschlag ausgesetzt. Die primären Expositionswege waren externe Bestrahlung durch die radioaktive Wolke und Bodenablagerungen sowie interne Exposition durch Einatmen und Verzehr. Die wichtigsten beteiligten Radionuklide waren Jod-131 und Cäsium-137. Jod-131 konzentriert sich trotz seiner kurzen Halbwertszeit in der Schilddrüse, insbesondere bei Kindern. Cäsium-137 birgt aufgrund seiner 30-jährigen Halbwertszeit ein langfristiges Risiko.
Schätzungen zufolge lagen die durchschnittlichen lebenslangen effektiven Strahlendosen für Erwachsene in der Präfektur Fukushima bei 10 Millisievert (mSv) oder weniger. Die Dosen für einjährige Säuglinge waren etwa doppelt so hoch. Arbeiter in dem Kernkraftwerk erhielten in den ersten 19 Monaten nach dem Unfall eine durchschnittliche effektive Dosis von etwa 12 mSv. Ein kleiner Teil der Belegschaft erhielt Dosen von über 100 mSv.
Im Gegensatz dazu führten die groß angelegten Evakuierungen und die Bevölkerungsvertreibung infolge der Katastrophe zu erheblichen sozialen und wirtschaftlichen Verwerfungen. Insbesondere ältere Menschen erlebten eine erhöhte Sterblichkeit in provisorischen Unterkünften. Darüber hinaus wurden ein erhöhtes Risiko für nichtübertragbare Krankheiten wie Diabetes sowie erhebliche psychische Gesundheitsprobleme, darunter posttraumatische Belastungsstörung (PTZBS) und Angstzustände, berichtet. Verhaltensauffälligkeiten bei evakuierten Kindern wurden ebenfalls beobachtet.