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Wissenschaft

Pilze binden Kohlenstoff in Sedimenten arktischer Fjorde

LMU-Forscher decken wichtige Rolle von Pilzen im marinen Kohlenstoffkreislauf auf. Eine Studie in Kongsfjord, Spitzbergen, zeigt, wie Pilze Kohlenstoff effektiv in Sedimenten am Meeresboden fixieren.

19. Juni 2026
Pilze binden Kohlenstoff in Sedimenten arktischer Fjorde

Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) haben die wesentliche, bisher unterschätzte Rolle von Pilzen im marinen Kohlenstoffkreislauf aufgezeigt. Ihre Ergebnisse aus einer Studie im Kongsfjord auf Spitzbergen deuten darauf hin, dass diese Pilze maßgeblich zur Speicherung von Kohlenstoff in den Sedimenten arktischer Fjorde beitragen, ein Prozess, der für die langfristige Kohlenstoffbindung entscheidend ist.

Die von Professor William Orsi geleitete Forschung konzentrierte sich auf den Kongsfjord, einen arktischen Fjord, der für seine Effizienz bei der Aufnahme und Speicherung von Kohlenstoff bekannt ist. Die Studie wies nach, dass Pilze, die in den Sedimenten des Fjordes leben, gelöste organische Substanzen (DOM) sehr effizient assimilieren. Anstatt dieses organische Material schnell abzubauen und als Kohlendioxid freizusetzen, wandeln die Pilze es in ihre eigene Biomasse um und binden so den Kohlenstoff im Meeresboden.

Während die Rolle von Pilzen im terrestrischen Kohlenstoffkreislauf gut etabliert ist, wurde ihr Beitrag in marinen Sedimentprozessen bisher weitgehend übersehen. Die LMU-Studie unterstreicht ihre Bedeutung, insbesondere in der Arktis, wo die mikrobielle Aktivität in den Sedimenten darüber entscheidet, ob organische Materie gespeichert oder an die Atmosphäre zurückgegeben wird. Mittels Isotopen-Tracing-Techniken verfolgte das Team, wie Pilze und Bakterien DOM in verschiedenen Habitaten des Fjordes nutzten.

Darüber hinaus stellten die Forscher fest, dass die Pilzgemeinschaften in den Sedimenten arktischer Fjorde sich von denen in nahegelegenen terrestrischen Böden und im darüber liegenden Meerwasser unterscheiden. Professor Orsi betonte, dass dieser effiziente Stoffwechsel mariner Pilze einen bedeutenden, bisher unbekannten Mechanismus der Kohlenstoffspeicherung in Fjorden darstellt, welche global wichtige geologische Formationen für die Ablagerung von Kohlenstoff unter dem Meeresboden sind.

Juan Carlos Trejos-Espeleta, Doktorand an der LMU und Erstautor der Studie, hob die Dringlichkeit hervor, arktische Ökosysteme angesichts des rasanten Klimawandels zu verstehen. Er schlägt vor, dass die Rolle von Pilzen bei der Kohlenstoffbindung im Meer, ähnlich ihrer etablierten Funktion in terrestrischen Umgebungen, ein Bereich ist, der in der zukünftigen Forschung mehr Aufmerksamkeit verdient.

Originalquelle: lmu.de