Gasum vergleicht sauberere Kraftstoffe für den Schwerlastverkehr
Die EU und die Transportbranche fordern Emissionsreduktionen. Flüssiggas (LBG), HVO, Wasserstoff und Strom werden als Alternativen für schwere Nutzfahrzeuge verglichen. Gasum hebt das Potenzial von LBG hervor.

Die Reduzierung von Treibhausgasemissionen ist ein zentrales Anliegen der Europäischen Union und der Transportwirtschaft. Schwere Nutzfahrzeuge (HDVs) spielen dabei eine wichtige Rolle, um das EU-Ziel einer Emissionsminderung von mindestens 55 % bis 2030 zu erreichen.
Als praktikable Alternativen für den Schwerlastverkehr gelten derzeit verflüssigtes Biogas (LBG), hydriertes Pflanzenöl (HVO), Wasserstoff und Elektrizität. Jede dieser Lösungen weist sowohl Vorteile als auch Herausforderungen auf, die ihre Einführung beeinflussen.
LBG, hergestellt aus organischen Abfällen, kann die Emissionen über den Lebenszyklus um bis zu 90 % im Vergleich zu fossilen Brennstoffen senken und ist preislich wettbewerbsfähig mit Diesel. Die Nutzung von LBG nimmt zu, mit derzeit rund 9.000 LBG-LKWs in Europa und einem wachsenden Tankstellennetz. Gasum baut die LBG-Infrastruktur in den nordischen Ländern aus. Zukünftig könnte jedoch die Sicherung ausreichender organischer Rohstoffe für die LBG-Produktion eine Herausforderung darstellen.
HVO ist eine erneuerbare Alternative zu Diesel, die mit bestehender Infrastruktur kompatibel ist, aber in der Regel teurer in der Herstellung ist. Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit bestimmter HVO-Rohstoffe wie Palmöl wurden ebenfalls geäußert.
Wasserstoff und Elektrofahrzeuge (EVs) versprechen bei Nutzung erneuerbarer Energien null Emissionen am Auspuff. Es sind jedoch erhebliche Investitionen in Tank- und Ladeinfrastrukturen sowie in die Fahrzeuge selbst erforderlich. Bei EVs kann das Gewicht der Batterien auch die Nutzlastkapazität beeinträchtigen. Obwohl beide Technologien voraussichtlich in den kommenden Jahren kostengünstiger als Diesellastwagen sein werden, bleiben die genauen Zeitpläne unsicher.