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Gen Z betreibt "Job-Scrolling" als Bewältigungsstrategie

Ein neuer Trend namens "Job-Scrolling" zeigt, dass junge Mitarbeiter während der Arbeitszeit Jobangebote durchsuchen, nicht um sich zu bewerben, sondern um Ängste angesichts der Marktunsicherheit zu lindern.

13. Juli 2026
Gen Z betreibt "Job-Scrolling" als Bewältigungsstrategie

Ein neuer Trend am Arbeitsplatz, das sogenannte „Job-Scrolling“, breitet sich inmitten der Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt aus. Careerminds, eine globale Plattform für Outplacement- und Executive-Coaching, hat dieses Verhalten durch die Analyse von Online-Diskussionen identifiziert. Demnach durchsuchen Mitarbeiter, insbesondere die Gen Z, während der Arbeitszeit Jobportale wie LinkedIn und Indeed.

Diese Aktivität ist in der Regel nicht mit aktiven Bewerbungen verbunden, sondern dient vielmehr als psychologischer Bewältigungsmechanismus. Laut Careerminds empfindet die Gen Z das „Job-Scrolling“ als beruhigend. Es wird als Mittel zur Bewältigung von Ängsten angesehen, die sich aus wirtschaftlicher Instabilität und möglichen Entlassungen ergeben. Das Phänomen wird mit „Doomscrolling“ verglichen, konzentriert sich jedoch auf Karrieremöglichkeiten anstelle von Nachrichten.

Laut Careerminds kann das Durchsuchen von Stellenangeboten den Mitarbeitern ein Gefühl der Sicherheit geben und sie beruhigen, dass alternative Optionen bestehen, auch wenn sie diese nicht aktiv verfolgen. Dieser Trend fällt mit einer breiteren wirtschaftlichen Unsicherheit zusammen, die insbesondere Berufsanfänger betrifft, und wird während der ruhigeren Sommermonate verstärkt, wenn mehr Leerlaufzeit solche Aktivitäten begünstigen kann.

Amanda Augustine, Karrierecoach bei Careerminds, rät, dass Mitarbeiter, die sich mit Job-Scrolling beschäftigen, oft nach Vorbereitung suchen und nicht unbedingt eine sofortige Kündigung planen. Sie schlägt vor, dass Manager nach subtilen Anzeichen Ausschau halten sollten, wie z. B. aktualisierte LinkedIn-Profile, geringere Beteiligung an Besprechungen oder ein verstärktes Interesse an Unternehmensrichtlinien und -leistungen. Eine verringerte Konzentration auf langfristige Projekte kann ebenfalls auf Unsicherheit bei den Mitarbeitern hindeuten.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, empfiehlt Augustine Unternehmen, in die Entwicklung ihrer Mitarbeiter und interne Karrierepfade zu investieren. Proaktive Gespräche über zukünftige Möglichkeiten innerhalb des Unternehmens und die Verleihung von mehr Verantwortung für ihre Arbeit an die Mitarbeiter können dazu beitragen, ein sichereres und engagierteres Arbeitsumfeld zu schaffen.

Originalquelle: fastcompany.com