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Studie: Gen Z vertraut Chefs und Kollegen weniger als ältere Generationen

Nur 13 Prozent der Generation Z vertrauen den meisten Menschen, zeigt eine neue Untersuchung. Dieses Misstrauen prägt auch die Arbeitswelt dieser Altersgruppe.

17. September 2026
Studie: Gen Z vertraut Chefs und Kollegen weniger als ältere Generationen

Laut einem Bericht von Ryan Burge, Politikwissenschaftler an der Washington University in St. Louis, vertrauen nur 13 Prozent der Angehörigen der Generation Z den meisten Menschen. Im Gegensatz dazu sind 74 Prozent der Meinung, dass man "nicht vorsichtig genug sein kann".

Burge bezeichnet Gen Z als die "am wenigsten vertrauende Generation in der modernen amerikanischen Geschichte". Zum Vergleich: Bei den Millennials lag die Vertrauensrate bei 24 Prozent, bei der Gen X bei 30 Prozent und bei den Babyboomern bei 29 Prozent. Die älteste Generation (Silent Generation, vor 1945 geboren) wies mit 41 Prozent das höchste Vertrauen auf.

Diese geringe Vertrauensbereitschaft beeinflusst nicht nur persönliche Beziehungen, sondern verändert auch die Arbeitswelt. Burge nennt als Gründe für das Misstrauen die Erziehung zu erhöhter Vorsicht, die COVID-19-Pandemie, die Cancel Culture und den Zynismus in sozialen Medien. Viele junge Erwachsene haben zudem erlebt, wie ihre Eltern ausgebrannt und entlassen wurden, was zu einer Skepsis gegenüber Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber führt.

Das Misstrauen zeigt sich besonders am Arbeitsplatz. Jüngere Studien deuten darauf hin, dass Gen Z 16-mal häufiger als Gen X angibt, ihren Kollegen nicht zu vertrauen. Nur 41 Prozent der Gen Z-Mitarbeiter vertrauen ihrem Arbeitgeber, verglichen mit etwa 65 Prozent der Millennials und 71 Prozent der Babyboomer. Bis zu 47 Prozent der Gen Z haben demnach einen Job wegen mangelnden Vertrauens in die Führung gekündigt.

Die breiteren Entwicklungen in der Arbeitswelt, wie Automatisierung, Entlassungen unter dem Deckmantel der KI und eine wahrgenommene Aushöhlung des Arbeitsvertrags, tragen zur Skepsis der Gen Z bei. Online-Berichte über toxische Arbeitsplätze und "Ghosting" verstärken dieses Gefühl. Dies hat zu einem Rückgang des Mitarbeiterengagements und zu geschätzten Produktivitätsverlusten von 10 Billionen US-Dollar weltweit geführt.

Obwohl ein gewisses Misstrauen vor Ausbeutung schützen kann, behindert es die echte Verbundenheit am Arbeitsplatz. Experten betonen, dass neben systemischen Faktoren auch die Bereitschaft zur Vertrauensbildung auf beiden Seiten notwendig ist, um ein sichereres und produktiveres Arbeitsumfeld zu schaffen.

Originalquelle: fastcompany.com