Geopolitische Spannungen erhöhen Risiken für deutsche Wirtschaft
Der Jahresauftakt 2026 ist von zunehmenden geopolitischen Spannungen geprägt. Laut Atradius steigen damit die wirtschaftlichen Risiken für die deutsche Wirtschaft, besonders in international vernetzten Branchen.

Der Jahresauftakt 2026 ist von zunehmenden geopolitischen Spannungen gekennzeichnet, was die wirtschaftlichen Risiken für die deutsche Wirtschaft erhöht, insbesondere in international vernetzten Branchen. Der Kreditversicherer Atradius weist darauf hin, dass die Planbarkeit für Unternehmen abnimmt, da globale Ereignisse wie US-Interventionen in Venezuela, Souveränitätsdebatten um Grönland, Proteste im Iran und der Konflikt zwischen China und Taiwan Lieferketten, Energieversorgung und Investitionsentscheidungen beeinflussen.
"Für Unternehmen wird Planbarkeit zunehmend zur Ausnahme. Geopolitische Entscheidungen können Lieferketten, Energieversorgung und Investitionsentscheidungen kurzfristig beeinflussen", sagt Frank Liebold, Country Director Deutschland bei Atradius. Obwohl die direkten Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Venezuela gering sind, erhöht die Unsicherheit in ölfördernden Regionen die Volatilität an den Energiemärkten, was energieintensive Branchen trifft und den Kostendruck erhöht.
Besonders erhebliche Risiken birgt die Lage in Taiwan, einem Zentrum der globalen Halbleiterindustrie. Rund 90 Prozent der modernsten Chips werden dort hergestellt und sind entscheidend für die deutsche Automobil-, Maschinenbau- und Elektronikindustrie. Störungen der Chipversorgung könnten Produktion und Kosten erheblich beeinträchtigen. Industrieunternehmen sollten sich auf alternative Beschaffungsstrategien und ein verstärktes Risikomanagement vorbereiten.
Mit zunehmenden geopolitischen Konflikten wird die wirtschaftliche Planung schwieriger, was die finanzielle Stabilität und Zahlungsfähigkeit von Unternehmen beeinträchtigt. Atradius rät Unternehmen, sich auf anhaltende geopolitische Risiken einzustellen und die Widerstandsfähigkeit sowie Diversifizierung ihrer Lieferketten zu stärken.