Geopolitische Unsicherheit belastet Planbarkeit deutscher Unternehmen
Geopolitische Spannungen beeinträchtigen zunehmend die strategische Planung deutscher Firmen. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage des Kreditversicherers Atradius, wonach über die Hälfte der Unternehmen eine verschlechterte wirtschaftliche Planbarkeit angibt.

Geopolitische Spannungen wirken sich zunehmend auf die strategische Planung deutscher Unternehmen aus. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des internationalen Kreditversicherers Atradius. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (55 Prozent) berichtet von einer verschlechterten wirtschaftlichen Planbarkeit in den vergangenen zwölf Monaten.
Mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen (36 Prozent) gibt an, dass geopolitische Entwicklungen ihre Entscheidungen stark oder eher stark beeinflussen. Weitere 55 Prozent sehen zumindest teilweise Auswirkungen. Trotz der wachsenden Unsicherheit fühlen sich viele Unternehmen nur eingeschränkt auf geopolitische Krisen vorbereitet. Knapp die Hälfte bewertet die eigene Vorbereitung als kritisch, während nur rund 43 Prozent ihr Unternehmen als gut oder sehr gut aufgestellt einschätzen.
Zur Reaktion auf die zunehmende Unsicherheit setzen viele Unternehmen vor allem auf operative Maßnahmen. Am häufigsten genannt werden Anpassungen der Preisstrategie (48 Prozent), ein intensiveres Risikomanagement (39 Prozent) sowie der Aufbau von Liquiditätspuffern (38 Prozent). Strukturelle Maßnahmen, wie die Regionalisierung von Lieferketten, spielen bislang eine geringere Rolle.
Die im März 2024 durchgeführte Umfrage befragte knapp 200 deutsche Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Unternehmen die Risiken erkennen, sich aber nicht ausreichend gewappnet fühlen.