Hilfsorganisation kritisiert Bundeshaushalt wegen Kürzungen bei humanitärer Hilfe
Die Hilfsorganisation Help – Hilfe zur Selbsthilfe kritisiert den Bundeshaushalt 2027 und bemängelt, dass mehr Geld für Dienstwagen und Tankrabatte ausgegeben wird als für Menschen in Not.

Berlin – Die Entscheidung der Bundesregierung zum Bundeshaushalt 2027 hat scharfe Kritik von der internationalen Hilfsorganisation Help – Hilfe zur Selbsthilfe hervorgerufen. Die Organisation wirft der Regierung vor, Ausgaben für Dienstwagenprivilegien und Tankrabatte über die Nothilfe für Menschen zu stellen, obwohl weltweit über 240 Millionen Menschen auf dringende Unterstützung angewiesen sind.
Laut Help – Hilfe zur Selbsthilfe sind die Mittel für humanitäre Hilfe in den vergangenen Jahren erheblich gekürzt worden. Der Haushalt 2027 sieht weitere Kürzungen bei den Etats des Auswärtigen Amtes und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vor. Die Organisation sieht darin einen Widerspruch zu Deutschlands internationaler Verantwortung.
Die Organisation vergleicht die für humanitäre Hilfe bereitgestellten Mittel mit anderen Staatsausgaben. Allein das Dienstwagenprivileg führe zu einem jährlichen Steuerausfall von rund 2,5 Milliarden Euro. Hinzu kommen die Kosten für Diesel-Subventionen und Tankrabatte, die erhebliche Summen verschlingen. Bianca Kaltschmitt, stellvertretende Generalsekretärin von Help, betonte, dass „humanitäre Hilfe Leben rettet“ und Sparmaßnahmen in diesem Bereich langfristig deutlich höhere Kosten verursachen – humanitär, sicherheitspolitisch und wirtschaftlich.
Help – Hilfe zur Selbsthilfe weist darauf hin, dass bereits die Umwidmung eines kleinen Teils dieser Gelder ausreichen würde, um lebensrettende Maßnahmen für Millionen von Menschen zu finanzieren. Die Organisation arbeitet bereits durch Partnerschaften mit lokalen Organisationen effizienter, doch die anhaltenden Kürzungen erschweren die Deckung des wachsenden Bedarfs. Help fordert den Bundestag auf, die geplanten Kürzungen zu korrigieren und der Rettung von Menschenleben Priorität einzuräumen.