Deutsche Luftrettung warnt vor existenzbedrohender Unterfinanzierung
ADAC, DRF und Johanniter Luftrettung warnen vor einem Gesetzentwurf zur GKV-Beitragsstabilisierung, der die Finanzierung der Notfallversorgung gefährden könnte.
Die gemeinnützigen Rettungsdienstorganisationen ADAC Luftrettung, DRF Luftrettung und Johanniter Luftrettung schlagen Alarm: Ein aktueller Gesetzentwurf des Bundesgesundheitsministeriums zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gefährdet nach Ansicht der Anbieter die finanzielle Basis der deutschen Luftrettung. Die Organisationen befürchten, dass bei einer Verabschiedung des Entwurfs in der jetzigen Form die notfallmedizinische Versorgung von Millionen Menschen beeinträchtigt werden könnte.
Der Konflikt entzündet sich an der geplanten Koppelung der Vergütung an die Grundlohnrate. Die Luftrettungsanbieter betonen, dass ihre hochregulierten, sicherheitskritischen Abläufe nicht mit pauschalen Budgetierungen anderer Gesundheitsbereiche vergleichbar sind. Die ständige Vorhaltung von Spezialpersonal und Fluggerät erfordere Kostenstrukturen, die durch die Grundlohnrate nicht abgedeckt werden. Die Branche sieht sich daher mit einer drohenden Unterfinanzierung konfrontiert.
Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung, unterstrich, dass das Ziel der Beitragsstabilisierung nicht zulasten der Rettungssicherheit gehen dürfe. Im vergangenen Jahr wurden die drei Organisationen zu rund 90.000 Notfalleinsätzen alarmiert. Die Anbieter fordern Nachbesserungen am Entwurf, um die operative Leistungsfähigkeit des Rettungswesens dauerhaft zu gewährleisten.