Schokoladenindustrie vor Weihnachten: Streik droht wegen Tarifverhandlungen
Die deutsche Schokoladenindustrie steht wegen festgefahrener Tarifverhandlungen vor der Weihnachtszeit vor möglichen Streiks. Die Gewerkschaft NGG fordert Gehaltserhöhungen, die Arbeitgeber als zu hoch erachten.

Die deutsche Schokoladenindustrie sieht sich vor der umsatzstarken Weihnachtszeit mit der Gefahr von Streiks konfrontiert, da die laufenden Tarifverhandlungen stocken. Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) hat Warnstreiks durchgeführt und erwägt weitere Arbeitsniederlegungen, sollte keine Einigung erzielt werden.
Die Verhandlungen, die seit Monaten in mehreren Bundesländern geführt werden, sind von erheblichen Differenzen geprägt. Die NGG fordert eine Lohnerhöhung von knapp 10 Prozent sowie verbesserte Bedingungen für Auszubildende. Die Arbeitgeberseite bietet lediglich 2,8 Prozent mehr Lohn bei einer deutlich längeren Vertragslaufzeit an und verweist auf gestiegene Rohstoffkosten, insbesondere bei Kakao.
Die Kritikalität der Situation ergibt sich aus der aktuellen Hochphase der Produktion vor den Feiertagen. Rund 60.000 Beschäftigte in über 250 Betrieben sind tätig, und Streiks könnten die Lieferketten und die Verfügbarkeit von Schokoladenprodukten erheblich beeinträchtigen.
Die NGG argumentiert, dass die um etwa 20 Prozent gestiegenen Verbraucherpreise seit 2020 eine faire Entlohnung der Arbeitnehmer ermöglichen. Arbeitgebervertreter betonen zwar den Willen, eine Lösung zu finden, doch die Diskrepanz zwischen den Forderungen und Angeboten bleibt groß.
Das Ergebnis der Verhandlungen wird entscheidend für die kommende Saison sein. Eine anhaltende Auseinandersetzung könnte zu Engpässen und höheren Preisen für Konsumenten führen und die traditionell hohe Nachfrage nach Schokolade beeinträchtigen.