Deutsche Konjunktur bleibt trotz volatiler Industriedaten robust
Die deutsche Wirtschaft wächst das vierte Quartal in Folge, gestützt durch eine starke Bauwirtschaft. Bantleon warnt jedoch vor anhaltenden Schwankungen an den Anleihemärkten.

Die deutsche Wirtschaft zeigt sich im dritten Quartal widerstandsfähig. Trotz eines Einbruchs bei den Auftragseingängen im August stieg die Industrieproduktion um 2,0 Prozent. Besonders das Baugewerbe lieferte mit einem Zuwachs von 9,3 Prozent einen überraschend positiven Beitrag, was auf die Wirkung staatlicher Infrastrukturinvestitionen hindeutet.
Harald Preißler, Kapitalmarktstratege bei Bantleon, betont, dass die deutsche Industrie nicht allein von der kriselnden Automobilbranche abhängt. Andere Wirtschaftszweige konnten die Schwäche der Autobauer ausgleichen, wodurch sich für das BIP ein erneuter Anstieg von rund 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal abzeichnet. Dies stellt die längste Wachstumsphase seit 2021/22 dar.
An den Finanzmärkten bleibt die Lage jedoch angespannt. Die Volatilität bei Anleihen hat sich seit Jahresbeginn verdoppelt, getrieben durch steigende Realzinsen und höhere Energiekosten. Bantleon geht davon aus, dass dieser Druck auf die Renditen erst nachlassen wird, wenn die konjunkturelle Dynamik ihren Höhepunkt überschritten hat, was laut Frühindikatoren für das Frühjahr 2027 erwartet wird.