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Bauwesen

Deutsche Umwelthilfe prüft Kapazität des Stuttgarter Tiefbahnhofs

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) lässt die tatsächliche Leistungsfähigkeit des zukünftigen Tiefbahnhofs Stuttgart 31 auf Basis aktueller Verkehrsdaten untersuchen. Ein früherer Kapazitätstest von 2011 wird als rein theoretisch kritisiert.

26. September 2026
Deutsche Umwelthilfe prüft Kapazität des Stuttgarter Tiefbahnhofs

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat eine Untersuchung zur realen Kapazität des geplanten Tiefbahnhofs Stuttgart 31 in Stuttgart initiiert. Ziel ist es festzustellen, ob der achtgleisige unterirdische Bahnhof den aktuellen Zugverkehr bewältigen kann, unter Berücksichtigung realer Betriebsdaten und üblicher Verspätungen.

Die DUH gibt an, dass ein Kapazitäts-Stresstest aus dem Jahr 2011, durchgeführt vom Schweizer Unternehmen SMA, "rein theoretisch" gewesen sei und die tatsächliche Betriebspraxis nicht abgebildet habe. Werner Stohler, ehemaliger Leiter von SMA und Unterzeichner der ursprünglichen Studie, hat demnach Zweifel an deren Aussagekraft geäußert und angemerkt, die acht Gleise hätten nicht die notwendige Anbindungsqualität für einen Eisenbahnknotenpunkt ermöglicht.

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH, bezeichnet die neue Untersuchung als "Realitätscheck" für Stuttgart 31. Er wirft der Deutschen Bahn (DB) und den politischen Verantwortlichen vor, die Öffentlichkeit über die Leistungsfähigkeit des Tiefbahnhofs irrezugeführt zu haben, da dieser zu klein sei, um selbst das aktuelle Zugvolumen zu bewältigen. Die DUH verweist zudem auf Prognosen, die eine Verdopplung des Schienenverkehrs bis 2030 vorsehen, was die Kapazitätsbedenken verschärfe.

Die Untersuchung analysiert den Zugverkehr eines ausgewählten Freitags im September, einschließlich Ankunfts- und Abfahrtszeiten, Stand- und Wendezeiten sowie Gleisbelegungen. Ziel ist es, diesen realen Verkehr virtuell in den geplanten Tiefbahnhof zu verlegen und die Machbarkeit zu bewerten, unter Berücksichtigung von Zufahrtswegen und Ein-/Aussteigezeiten sowie tatsächlichen Verspätungen. Die DUH fordert die Erarbeitung eines "Plan B", der den Erhalt und die Sanierung des bestehenden Hauptbahnhofs einschließt.

Die Deutsche Umwelthilfe fordert DB-Vorstandschefin Palla auf, den dauerhaften Erhalt des bestehenden Hauptbahnhofs und die direkte Anbindung der Gäubahn zu sichern. Die Organisation ist der Ansicht, dass Stuttgart 31 die prognostizierten zukünftigen Verkehrsströme nicht bewältigen wird, weshalb der Schutz der bestehenden Infrastruktur unerlässlich sei.

Originalquelle: duh.de