DUH kritisiert neues Verpackungsgesetz: Fokus auf Recycling statt Mehrweg
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert das neue deutsche Verpackungsgesetz, das die EU-Vorgaben umsetzen soll. Die Organisation bemängelt, dass der Fokus auf dem Recycling von Einwegverpackungen liege, anstatt abfallvermeidende Mehrwegsysteme zu fördern.

Berlin – Der Umweltausschuss des Bundestages hat über das neue Verpackungsgesetz abgestimmt, das EU-Vorgaben umsetzen soll. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert den Entwurf scharf und bezeichnet ihn als verpasste Chance für eine effektive Förderung von Mehrwegverpackungen.
„Es ist katastrophal für den Umweltschutz, dass keine Mehrheit im Umweltausschuss für eine ambitionierte finanzielle Mehrwegförderung gestimmt hat“, erklärte Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH. Stattdessen setze die Politik auf das Recycling von Abfällen. Zwar sei es richtig, Anreize für recycelbare Verpackungen mit höchstem Rezyklatanteil zu schaffen, doch dies reiche nicht aus, wenn eine wirksame Förderung von Mehrwegsystemen unterbleibe.
Die DUH verweist auf die Abfallhierarchie, die Abfallvermeidung und Mehrwegnutzung Vorrang vor dem Recycling von Einwegverpackungen einräume. Ohne konsequente Fördermaßnahmen werde auch das im Verpackungsgesetz noch vorgesehene Ziel von 70 Prozent Mehrweg bei Getränkeverpackungen nicht erreicht und bleibe somit reine Symbolpolitik.
Die Organisation fordert die Bundestagsabgeordneten auf, bei der anstehenden Abstimmung im Plenum die Aufnahme eines verbindlichen Förderungsmechanismus für Mehrwegsysteme aus den Lizenzentgelten von Einwegverpackungen zu verankern. Ziel sei es, Verbraucher zu nachhaltigeren Verpackungsentscheidungen zu bewegen und die Abfallmengen zu reduzieren.