Umwelthilfe deckt massive Verstöße bei Methanberichten auf
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat die Berichte von über 800 deutschen Öl- und Gasunternehmen ausgewertet. Etwa ein Drittel der Betreiber kommt der Meldepflicht über Methanemissionen nicht nach.

Berlin – Ein Großteil der mehr als 800 Betreiber von Öl- und Gasinfrastruktur in Deutschland verletzt seine Berichtspflichten über Methanemissionen. Dies ergab eine Auswertung der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Für die Berichtsjahre 2024 und 2025 fehlt laut DUH für etwa ein Drittel der Unternehmen jegliche Meldung, während andere Berichte unvollständig oder fehlerhaft seien.
Die EU-Methanverordnung verpflichtet Betreiber von Anlagen wie LNG-Terminals, Gasspeichern oder Gasnetzen zur Offenlegung ihrer Emissionen. Die Analyse der DUH zeigt, dass diese Verpflichtung von vielen Unternehmen nicht oder nur unzureichend erfüllt wird, was die Transparenz über tatsächliche Methanfreisetzungen erschwert.
"Ohne fachgerechte Messung und Dokumentation bleibt unklar, wie viel Methan in die Atmosphäre entweicht und dort das Klima aufheizt", erläutert Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH. Er kritisierte die "Arbeitsverweigerung großer Teile der berichtspflichtigen Unternehmen" und bemängelt fehlende Sanktionen.
Zusätzlich erschwert wird die Situation durch das Fehlen zuständiger Kontrollbehörden in zehn Bundesländern, obwohl diese seit über einem Jahr gesetzlich vorgeschrieben sind. Die DUH fordert die Industrie zur umgehenden Nachlieferung fehlender Berichte auf und verlangt von den Landesregierungen die schnelle Benennung der zuständigen Stellen zur Ahndung von Verstößen.